Plädoyer für den Verzicht

von Magdalena Schmidramsl

Konsum – das ist nichts rein Materielles. Längst geht es uns nicht mehr allein um die Befriedigung irgendeines materiellen Bedürfnisses, wenn wir uns dieses oder jenes Produkt zum Konsum aneignen. Wir alle wissen und machen die Erfahrung, dass rein physiologische Bedürfnisse gar nicht grenzenlos sein können.

Konsum birgt vielmehr einen symbolischen Kern, eine kulturelle Seite. So haben Konsumgüter nicht nur bestimmte Eigenschaften, sie bedeuten auch etwas. Es ist diese Bedeutung, die wir uns im Akt des Konsumierens anzueignen versuchen, geradezu einverleiben und nach außen ausstrahlen wollen. Ja sogar in einem Päckchen fair gehandeltem Kaffee kann so viel mehr stecken, scheint im Preis inbegriffen doch ein Stückchen „gute und gerechte Welt“. Es scheint ein grenzenloser Hunger nach Inszenierung und Selbstbestätigung, der uns in unserem Konsumverhalten antreibt. Wir wollen uns nicht mehr nur als die Person darstellen, die wir sind, sondern die wir sein wollen. All die Konsumgüter, die so regelmäßig in unseren realen und virtuellen Warenkörben landen, sind nur Requisiten, derer wir uns zur Inszenierung unserer Träume und Fantasien bedienen. Die Realität aber, sie ist weit weniger großartig als die den Kauf motivierende Fantasie. Vielleicht liegt hierin der Kern unserer Unersättlichkeit, dieser unstillbaren Begierde nach immer neuen Dingen.

Doch wenden wir uns ab vom Konsum, befinden wir uns dann nicht auf direktem Weg zum Verzicht, gar zur Askese? Askese bedeutet nichts anderes als Üben. Und je mehr wir bereit sind zu üben, je mehr wir instandhalten und reparieren, die Dinge durchschauen, desto weniger komplexe Zusatzgegenstände brauchen wir. Vereinfachen bedeutet also, sich aus komplexen Zusammenhängen auf ein überschaubares Gebiet zurückziehen. Bedeutet, Freiheit und Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen und damit das richtige Maß, die Schönheit.

 

Zur weiteren Lektüre: http://www.jp.philo.at/texte/DeutschmannC1.pdf

Tante LeMi – Wie geht eigentlich Kaffee rösten?

Konventioneller Kaffee wird in aller Regel im Heissluftverfahren geröstet. In nur zwei Minuten durchlaufen bis zu einer halben Tonne Rohkaffee industrielle Heissluftröstanlagen. Denn bei der herkömmlichen Heissluftröstung wird der Rohkaffee nur 2 bis 5 Minuten von bis zu 600 Grad heißer Luft gebrannt und anschließend mittels Wasser abgekühlt. Diese Schockröstung geht deutlich zu Lasten des Aromas und einer guten Kaffeequalität!

Weil Tante LeMi das Geheimnis eines feinen Kaffeearomas kennt, führen wir Kaffee von Utamtsi aus Langzeit-Trommelröstung!

Die Kaffeebohnen werden beim Trommelröstverfahren bis zu 25 Minuten in einer sich ständig drehenden Rösttrommel bewegt und über den Kontakt mit der Wandung schonend geröstet. Deutlich niedriger liegen die Temperaturen bei dieser Röstweise, die sich zwischen 190 und 210 Grad bewegen. Und warum ist das besser? Kaffee aus Langzeit-Trommelröstung enthält weniger Gerb- und Chlorogensäuren, ist bekömmlicher und behält sein Aroma deutlich länger als konventionell schockgerösteter Industriekaffee.

Dieses schonende Röstverfahren und die hohe Qualität der Rohware machen unseren Tante LeMi-Kaffee und Espresso zu einem echten Geschmackserlebnis!

Selbstredend: Unser Kaffee ist bio&fair.

Kaffeeliebhaber aufgepasst!

Tante LeMi führt ab sofort Kaffee gemahlen und Espresso als ganze Bohne von Utamtsiverpackungsfrei, aus biologischem Anbau & fairem Handel.

Kaffee-Experten von Eine Erde e.V. haben Utamtsi-Kaffee selbst getestet und je eine Sorte fachkundig ausgewählt. Schonend geröstet, mild, säurearm und bekömmlich stehen die Kaffeesorten im Tante LeMi-Sortiment deshalb für eine hohe Qualität und feinstes Kaffeearoma!

Die im Hochland Kameruns wild gewachsenen Kaffeebohnen werden von Kleinbauern der Kooperative „Gic Sondason“ aus der Region Bafoussam in Kamerun geerntet und durch Utamtsi nachhaltig gehandelt. Denn Utamtsi garantiert den Kaffee-Bauern für zwei Jahre einen Preis, der 40% über dem Weltmarktpreis für Rohkaffee liegt. Gezahlt wird direkt an die Bauern, ohne Abschläge an Zwischenhändler. Ein erster Schritt in Richtung ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, wie wir meinen.

Ab sofort bei Tante LeMi – Feinster Kaffee & Espresso aus einer „Lieferbeziehung, die die Interessen aller Beteiligten respektiert und ihre Lebensgrundlage sichert“ (www.utamtsi.com)

 

23.09.: Tante LeMi goes Müllverbrennungsanlage

Müll ist ein vergleichsweise neues Phänomen: obschon die Archäologie Scherben und nicht mehr Brauchbares kennt, war die gesamte Verstoffwechslung der Gesellschaft durch nahezu geschlossene Stoffkreisläufe gekennzeichnet. Erst konsumtive Weltbegegnung brachte eine lineare Funktion in den Umgang mit Dinglichem, weg von Zyklen, Kreisläufen, hin zum Aufbrauchen, Erschöpfen, Verzehren, Vernichten: dies ist die lateinische Bedeutung von ‚consumere‘. Im Konsum liegt also der Schwerpunkt auf das Vernichten, auf das Ende der Gegenstände gerichtet: Ich bin dasjenige Wesen, welches vernichten kann. Ein Sinnbild dieses gesellschaftlichen Stoffwechsels, der auf Vernichtung ausgerichtet ist, kann uns Primark sein: ich kaufe Kleidung, die ich nicht trage, die mir die Möglichkeit beschert, etwas Unbenutztes gleich in den stofflichen Aggregatzustand des Mülls hin zu überführen. Das Wegschmeißen dient wie der Kauf zum Finden einer Identität: im Wegschmeißen ist es der Prozess des Imageshapings, also eines gleichsam bildhauerischen Prozesses, das Wegschlagen von Überflüssigem, um die Form aus einem Formlosen herauszuarbeiten. Diese jetzt tote Teilidentität geben wir einem Bestattungsprozess anheim: entweder einer Bestattung in der Erde, einer Deponiebestattung, oder einer Feuerbestattung, der ritualhaften Transformation durch Feuer.

Am 23. September macht sich die Tante auf zu einer Forschungsreise in das Reich der industriellen Feuerbestattung: Eine Erde e.V. unternimmt eine Exkursion in die Müllverbrennungsanlage Krefeld! Wenn ihr also schon immer einmal einen Blick hinter die Kulissen der Müllentsorgung werfen wolltet, dann meldet Euch schnell zurück!

Exkursion in die MVA Krefeld
am Freitag, den 23.09.2016
um 15:00 Uhr
Dauer 1,5 – 2 Stunden
Kosten: los!

Ihr wollt an dieser Veranstaltung teilnehmen? Dann gebt uns bitte eine kurze Rückmeldung per Mail!

Grüße
Euer Lars von der Tante