Ein emissionsfreier und CO2-neutraler Gütertransport per Segelfrachtschiff – das ist die Vision einer Gruppe von Enthusiasten, die den Warenverkehr zu Wasser revolutionieren will.

Ein über 100 Jahre altes ausgedientes Frachtschiff soll es möglich machen. Nach einer aufwendigen Restaurierung und unter neuem Namen soll der 30 Meter lange Zweimaster als „Null-Emissions-Segler“ Ende 2018 auslaufen. Die „Brigantes“ soll fair produzierte Güter wie Kaffee, Kakaobohnen und Rum umweltfreundlich zwischen dem Mittelmeer und der Karibik transportieren – ohne Verbrennungsmotor, durch bloße Segelkraft. Die Nachfrage ist groß, weiß der Projektleiter von „Fair Transport“. So suchen immer mehr Produzenten für ihre fair produzierten Waren nach ökologisch vertretbaren Transport-Alternativen. Und tatsächlich ist die Zeit reif für ein neues, umweltverträgliches Transportsystem zu Wasser.
Rund 90 Prozent der Waren werden laut Umweltbundesamt heute per Seeschifffahrt transportiert. Und die Umweltbilanz der Containerschifffahrt ist denkbar schlecht: Denn Containerschiffe werden ganz überwiegend mit Schweröl betrieben, das deutlich mehr Schwefel und Schwermetalle enthält, als Kraftstoffe zu Land. Laut Nabu verbraucht ein mittelgroßes Schiff bei voller Ladung 300 Tonnen Schweröl pro Tag.

Die gute Klimabilanz von Containerschiffen ist ein Mythos. Berücksichtigt werden nur die vergleichsweise guten CO2-Emissionswerte.
Im Jahr 2007 wurden rund 213 Millionen Tonnen Schweröl und damit 600.000 Tonnen am Tag durch die internationale Schifffahrt verbraucht, so eine Studie der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation. Und das ist längst nicht alles: Hochseeschiffe emittieren große Mengen hochgiftiger Schwefeloxide, Feinstaub, Stickoxide und Ruß. Der dreckige Treibstoff der Schiffe enthält bis zu 3.500 mal mehr Schwefel als Treibstoffe zu Land. An der Luftverschmutzung durch den Ausstoß von Containerschiffen sterben Schätzungen zufolge in Europa ca. 50.000 Menschen pro Jahr.
Das Projekt „Null-Emissions-Segler“, das als Crowd-Investment-Projekt angelegt ist, könnte den Warentransport also tatsächlich ökologisieren und revolutionieren. Übrigens: Neben 160 Tonnen Waren, soll der Segelfrachter auch 10 Passagiere mit auf seine Reise nehmen. Und wer weiß, vielleicht ist auch Tante LeMi eines Tages mit dabei!
Quellen:
http://www.schiffsjournal.de
http://www.umweltbundesamt.de
http://www.nabu.de
Es gibt noch weitere Projekte dieser Art z.B. http://www.deutschlandfunk.de/greenshipping-radikales-umdenken-mit-oeko-frachtsegler.1773.de.html?dram:article_id=384718
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