Die Berliner Autorin und BUKO-Aktivistin argumentiert gegen die Illusion, Marktstrukturen könnten vom Kapitalismus bereinigt und demokratisch reguliert werden als auch gegen die Annahme, es komme ausschließlich auf die Eigentumsverhältnisse bei den Produktionsmitteln an – denn äquivalenter Tausch ist immer auch Geld und erzeugt immer einen Markt.
Tausch bringt aber immer nicht nur ’strukturellen Hass‘ (durch Entfremdung, Leistungsdruck etc.) mit sich, sondern zwingt ebenso strukturell zur Vernutzung von un- und unterbezahlten Elementen wie Natur, Sorgetätigkeiten und im globalen Nord-/Süd-Verhältnis. Wobei das Einbeziehen dieser Bereiche in die Tauschlogik (z.B. durch Finanzialisierung, Lohn für Hausarbeit etc.) bekanntermaßen nicht zu einer emanzipatorischen Lösung führt, sondern den Prozess nur beschleunigt.
Ausgehend von viel diskutierten Ansätzen wie der Resonanz von Hartmut Rosa oder der Externalisierungsgesellschaft von Stephan Lessenich sieht Habermann einen analytischen Bruch, solange nicht die Aufhebung von Tausch angestrebt wird. Das ist nicht naiv, sondern konsequent weitergedacht – wie vor ihr von vor allem feministischen Denker*innen gezeigt. Dafür greift Habermann den in einer jungen Bewegung benutzten Begriff „tauschlogikfrei“ auf.
08.01.2018, BIS-Zentrum; 19:00 Uhr
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