Kommentar zur Europawahl

 

von Oliver Jansen

Laut des RP-Online-Artikels „Was die Parteien zu den Wahlergebnissen sagen“ vom 27.05.2019 haben sich die Wahlergebnisse in Mönchengladbach zur letzten Wahl (die Angabe zu welcher letzten Wahl fehlt im Artikel) für die Parteien wie folgt verändert:

CDU von 35,8 auf 29,9 Prozent (-5,9%)
SPD von 23,3 auf 16,1 Prozent (-7,2%)
Grüne von 6,2 auf 22,7 Prozent (+16,5%)
FDP von 13,7 auf 7,1 Prozent (-6,6%)
AFD von 9,5 auf 8,7 Prozent (-0,8%)
Die Linken von 7,4 auf 4,4 Prozent (-3,0%)
Andere: Angaben fehlen, nach Adam Riese von 4,1 auf 11,1 Prozent (+7%)

Jaja, ich weiß, Zahlen sind immer irgendwie doof, aber ich lese daraus Erfreuliches und weniger Erfreuliches.

Das weniger Erfreuliche: Eine wirklich soziale Gesinnung scheint in Mönchengladbach Mangelware zu sein. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen als nächsten Schritt erkennen, dass eine ökologische Wende nicht ohne eine soziale / gesellschaftliche Wende zu haben ist. Sie bedingen einander. Dazu machen „Die Grünen“ leider kein Angebot, denn sie wollen Wirtschaftswachstum und Wohlstandsüberfluss erhalten – nur in „Grün“. Das sei nur am Rande erwähnt.

Aber das Erfreuliche: Viele Menschen scheinen das dringliche Problem unserer Zeit, nämlich den vom Menschen verursachten Klimawandel, begriffen und die sogenannten Volksparteien für ihr Versagen in dieser Politik mit ihrer Wahl abgestraft zu haben. Möglicherweise oder sogar sehr wahrscheinlich hat auch das Video des Youtubers Rezo https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ dazu beigetragen. Vor allem auch dazu, die jüngeren Wahlberechtigten zur Teilnahme an der Wahl zu bewegen (Wahlbeteiligung von 45,1% auf 54,9%, zur Vorwahl).

Daher, liebe Politiker*innen, zieht Euch warm an. Die „Jugend“ macht mobil. Denn es geht schließlich um deren Zukunft. D.h. der Trend zu einer klimafreundlicheren Politik wird meiner Meinung nach noch lange andauern. Wer das nicht begreift, wird bald zu den „Anderen“ gehören und von der RP nicht einmal mehr erwähnt werden.

Hey Politiker*innen – Wollt ihr das?

Ihr habt jetzt die Chance, auf lokaler Ebene Zeichen zu setzen, dass euch die Anliegen der Menschen in unserer aller Stadt wichtig sind.
Tut ganz konkret etwas für die Entlastung unserer Ökosphäre!

Mobilität:

  • Fördert konsequent den Rad- und Fußverkehr.
  • Richtet mehr Fahrradstraßen ein und baut vernünftige Fahrradwege.
  • Kontrolliert die Vergehen der Autofahrer*innen (Falschparker*innen und Rowdys).
  • Verteuert die Parkgebühren.
  • Räumt den Radfahrer*innen und Fußgänger*innen die dringend gebrauchte Priorität ein.
  • Erhöht das Angebot und die Attraktivität des ÖPNV.

Kurz: Sorgt für eine Stadt, in der wir uns alle gefahrlos bewegen können und saubere Luft atmen können.

  • Verbietet den Einsatz von Pestiziden (sofern rechtlich möglich!) in Gärten und auf den Äckern.
  • Stoppt die Förderung von Infrastrukturen für multinationale Konzerne (Stichwort „amazon“).
  • Stoppt den Ausverkauf und die Versiegelung der städtischen Flächen und schafft Wohnraum: Parkhäuser und Garagen umbauen. Lasst freie Flächen frei.
  • Sanieren statt abreißen für erschwinglichen Wohnraum! (Stichwort: Sichtachse zum Abteiberg.)

Mir fällt bestimmt noch mehr ein, wenn ich nur ein paar Minuten weiter darüber nachdenke. Aber das reicht ja schon mal als erste Aufgabenstellung, oder?

Und nach diesem Wahlergebnis könnt ihr auch nicht herausreden, dass es in der Bevölkerung keine Akzeptanz für solche Maßnahmen gibt.

ALLE Parteien haben teils sehr hohe Minuspunkte eingefahren. Es gibt nur zwei Fraktionen, die dazugewonnen haben und das gewaltig: die Grünen und die „Anderen“, insbesondere „Die Partei“ mit 2,62%. Ihr solltet auch erkennen, welchen Auftrag das beinhaltet.

Also fangt an und nehmt den Willen der Wählerinnen und Wähler ernst!

Liebe/r Leser*in, wenn Du gerade denkst: „ja, genau“, dann bedenke bitte auch, dass das alles nicht „umsonst“ zu haben ist. Du kannst Dich nicht waschen, ohne Dich nass zu machen. D.h. Du bist als Individuum genauso gefragt, wie die Politik:

  • Entledige Dich, wenn irgendwie möglich, Deines Autos. Wenn es gar nicht anders geht (aber vielleicht findest Du ja einen Job in der Nähe), nutze wenigstens konsequent für Strecken unter 5 Kilometer das Fahrrad, sofern Du körperlich nicht eingeschränkt bist.
  • Höre auf zu fliegen. Sofort. Storniere ggfls. Deinen Urlaub und erhole Dich in unserer (noch) wunderschönen Heimat.
  • Höre auf, Dir Scheiß zu kaufen, den Du nicht brauchst bzw. nicht benutzen wirst. Z.B. wird dein Smartphone noch viele Jahre funktionieren. Kaufe Dir erst ein Neues, wenn überhaupt, wenn das alte kaputt ist und sich nicht mehr reparieren lässt. Trage Deine Kleidung auf, u.v.m.
  • Kaufe biologische Lebensmittel ein. Das ist nicht nur besser für Deine Gesundheit, sondern auch gut für die Biodiversität (Stichwort: Pestizide). Kaufe unverpackt, z.B. bei der „Tante LeMi“, ein, aber nur, wenn Du zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV kommst. Wer mit dem Auto kommt, spart kein CO2 durch die Verpackung ein. Fahre dann lieber zum nächstgelegenen Supermarkt und kaufe dort die Bio-Lebensmittel eingepackt.

Auch hier würden mir noch ganz viele weitere Beispiele einfallen.
Aber die gute Nachricht lautet:
Du musst (fast) gar nichts tun. Seinlassen reicht erstmal. Und denke daran: nobody´s perfect.

Zum Thema noch ein Veranstaltungstip:
05.07.2019. Niko Paech. Wege aus der Wachstumsfalle, Vortrag, 19:00 Uhr im BIS auf der Bismarckstraße 99
https://tantelemi.wordpress.com/eine-erde-e-v/veranstaltungen/

5. Juli: Special Guest – Niko Paech!

Wir freuen uns riesig: Niko Paech kommt auf unsere Einladung hin wieder nach Mönchengladbach!

Niko Paech zählt zu den renommiertesten Ökonomen in Deutschland. Er war Lehrstuhlinhaber für Produktion und Umwelt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit dem Forschungsschwerpunkt nachhaltiger Konsum, Umweltwirtschaft und Postwachstumsökonomie. Aktuell forscht und lehrt Paech an der Universität Siegen. Mit seinem Besteller »Befreiung vom Überfluss« hat er eine große gesellschaftliche Debatte über die Schattenseiten der Konsumwirtschaft angestoßen.

Warum scheitert die Wachstumswirtschaft? Welche alternativen Wirtschaftsmodelle gibt es? Und welche Wege führen uns aus der Wachstumsfalle? Am 5. Juli werden wir zu diesen Fragen spannende Ansätze erfahren.

Niko Paech – noch nie gehört? Unter diesem Link findet ihr als kleinen Vorgeschmack einige spannende Artikel.

Seid am 5. Juli auf jeden Fall dabei! Wir hoffen, dass es knallevoll wird im großen Saal. Und bringt Freunde, Familie, Bekannte und Nachbarn gleich mit! Jagt die Veranstaltung auch gerne durch eure Verteiler und informiert euren Freundes- und Bekanntenkreis.

Prof. Niko Paech – Wege aus der Wachstumsfalle
Eintritt kostenfrei
Fr., 05. Juli 2019, um 19 Uhr im BIS, Bismarckstraße 97-99

Kamerun-Krise: Kaffee bei uns jetzt Soli-Umstellungsware

SOLI-Kaffee: „Schümli“ und „Kaffee 21-Cameroon Blue Mountain Arabica“ als Umstellungs-Ware!

Das Land Kamerun steht kurz vor einem Bürgerkrieg – möglicherweise steckt es auch schon mittendrin. Die Krise wirkt sich auf den Alltag der Bauern aus. Denn derzeit arbeiten beispielsweise keine Bio-Zertifizierer in den Regionen um Bamenda, Oku und Kumbo (Nordwest Region) – von dort bezieht die Tante ihren Kaffee, direkt und fair über Utamtsi aus Bremen. Doch der Handel wird zunehmend komplizierter.

In dieser unsicheren Zeit ist es für die Bauern noch wichtiger als zuvor, dass die Partnerschaft aufrecht erhalten wird. Mit dem Kauf der Umstellungsvarietäten der Sorten „Schümli“ und „Kaffee 21-Cameroon Blue Mountain Arabica“ unterstützen wir unsere Kaffeeerzeuger, deren Felder sich in Umstellung auf Bio-zertifizierten Anbau befinden oder die ihre Bio-Zertifizierung nicht erneuern lassen können!

„In Umstellung“ bedeutet:

Um Produkte in Bio-Qualität anbieten zu können, müssen Erzeuger drei Jahre nach den Vorschriften des Bio-Landbaus gewirtschaftet haben. Während dieser dreijährigen Phase ist der Betrieb „in Umstellung“. Ab dem zweiten Jahr darf er sich als „in Umstellung befindlich“ kennzeichnen. Nach dem dritten Jahr regelkonformen Bio-Landbaus wird der Betrieb dann Bio-zertifiziert.

Viele Kleinbauern, mit denen Utamtsi zusammenarbeitet, befinden sich noch in dieser Umstellungszeit, die durch die Krise künstlich verlängert wird. Durch die bürgerkriegsähnliche Situation in Kamerun finden sich derzeit keine Zertifizierer, die die Bauern in der Region Nordwest zertifizieren. Der Anbau erfolgt weiterhin gemäß den Auflagen des Bio-Anbaus.

Obwohl die Tante Umstellungsware günstiger bekommen würde, zahlen wir den vollen Bio-Einkaufspreis, um die Bäuerinnen und Bauern vor Ort zu unterstützen.

Utamtsi – Natürlich und fair genießen

Utamtsi steht für direkten und fairen Handel, gestützt auf drei Säulen: ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit nach den Grundsätzen der Agenda 21. Faire Bedingungen, die die Lebensgrundlagen aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten langfristig sichern – das verstehen wir von Utamtsi unter nachhaltigem Handeln.

In ökonomischer Hinsicht bedeutet dies, dass Utamtsi statt einer Gewinnmaximierung die Erhaltung der Substanz des Unternehmens anstreben.

Die ökologischen Prinzipien: Utamtsi verzichten vollständig auf Pestizide, Herbizide, chemische Düngemittel und monokulturellen Anbau. Dies dient nicht nur der Reinheit der Produkte, sondern vor allem der Reproduktionsfähigkeit des Ökosystems und der Erhaltung der Lebensräume anderer Lebewesen.

Zu den sozialen Prinzipien von Utamtsi zählt die gerechte Entlohnung aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette – auch und vor allem der Kaffeebauern in Kamerun.

Weitere Infos zu unserem Kaffeehändler Utamtsi findet ihr hier:

https://www.utamtsi.com/

 

 

Die Notwendigkeit zu handeln – Sozialverträglicher Braunkohleausstieg

Ein Beitrag von Marina Martin

Veranstaltung:
14.05.2019:
Marina Martin: Grundeinkommen statt Braunkohle, 19 Uhr, BIS-Zentrum

In der Diskussion um den Braunkohleausstieg werden häufig Arbeitsplätze gegen Klima-  und Umweltschutz ausgespielt und somit auch Menschen gegeneinander aufgebracht.

So auch im Rahmen der Bundespressekonferenz vom 12. März, als die Scientists for Future auf die Notwendigkeit zu handeln hinwiesen.

Natürlich kam wieder die kritische Nachfrage nach drohendem Arbeitsplatzverlust in Bezug auf den Braunkohleausstieg (ab Min 34). Die geforderten Veränderungen würden zu wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen, deren Folgen nicht absehbar seien und wer sagt, dass dies nicht noch schlimmere Folgen mit sich bringt, als die Klimakrise, so die Frage.

Die Antwort darauf fällt klar aus: Wenn wir uns nicht für das Klima einsetzen, werden wir und die folgenden Generationen weit dramatischere Folgen zu spüren bekommen. Bereits jetzt leiden die Menschen im globalen Süden unter dem Klimawandel. Und irgendwann wird es uns alle treffen. Dann werden wir auch keine Arbeitsplätze mehr brauchen.

Im Zuge dessen wird oft der Vorwurf laut, keine Lösungen für die Probleme liefern zu können, die alle Belange berücksichtigt.

Wir hätten da jedoch eine Lösung: Die lautet Grundeinkommen!

BGE statt Braunkohle bezieht sich konkret auf die sozialen sowie ökonomischen Ängste, die der Braunkohleausstieg mit sich bringt. Ein Modellprojekt zum Grundeinkommen in den vom Braunkohleausstieg betroffenen Regionen hätte viele Vorteile:

  • Wirtschaftliche Verluste in der Region, durch wegfallende Gehälter würden kompensiert und die Kaufkraft erhalten bleiben. So braucht also auch die kleine Bäckerei von nebenan nicht fürchten, dass sich niemand mehr die Brötchen leisten kann.
  • Persönliche Ängste von Angestellten in der Braunkohlewirtschaft oder Zuliefererbetrieben würden ernst genommen, da auch bei Arbeitsplatzverlust eine bessere finanzielle Absicherung gewährleistet ist. Somit besteht mehr Raum sich umzuorientieren und weiterzubilden, da die Dringlichkeit einen neuen Job zu finden weniger gravierend ist.
  • Auch die Anwohner*innen der Tagebaurandgemeinden und von Umsiedlung betroffenen Menschen würden berücksichtigt, da das Grundeinkommen bedingungslos an alle in einer festgelegten Region ausgezahlt wird. Bei aktuellen Diskussionen um sozialverträglichkeit fallen die Menschen, die ihre Heimat verlieren oft hinten rüber. Bleiben die Dörfer erhalten, könnte sich somit eine ganz andere Dynamik entwickeln, da die Anwohner*innen sicherlich an dem erneuten Aufbau des Dorfes interessiert sind. Auch jene, die ihre Häuser bereits verlassen haben und aufgrund der drohenden Räumung lange nicht mehr gepflegt haben, könnten dies als Ausgleich für den damit einhergehenden Wertverlust betrachten und wären somit entschädigt.
  • Da alle eingeschlossen sind, gäbe es weniger Potenzial für die Spaltung. Alle hätten eine feste Grundlage, die ihnen einen größeren Handlungsspielraum ermöglicht.

Um den Ausstieg sozialverträglich zu gestalten sind derzeit 40 Milliarden Euro an Subventionen und Strukturhilfemaßnahmen geplant. Teile davon fordern die Konzerne für sich als Entschädigung. Diese Zahlungen jedoch sind es, die das Vertrauen der Menschen in die Politik zerstören. Umverteilung wird oftmals als sozialistische Forderung dargestellt. Schnell werden Stimmen laut, die Planwirtschaft befürchten. Dabei ist Umverteilung gängige Praxis. Allerdings von unten nach oben. Und trotzdem halten die Konzerne an ihren Forderungen fest. Schon lange ist die Rede vom Braunkohleausstieg und es wäre die Verantwortung der Konzerne gewesen sich darauf vorzubereiten. Abbaupläne sowie Zwangsumsiedlungen wurden durchgesetzt, da sie stets als Notwendig für die Sicherstellung der Energieversorgung galten. Die vorläufige Rettung des Hambacher Waldes konnte nun jedoch erwirkt werden, da diese Notwendigkeit seitens RWE und der Landesregierung nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Hierfür die Umweltverbände und Aktivist*innen verantwortlich zu machen und Entschädigungen für Gewinnausfälle zu fordern, die auf die Steuerzahler umgelegt werden, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten.

Statt also Konzerne für ihre eigenen Versäumnisse zu entschädigen oder intransparente Wirtschaftsförderung von oben möchten wir eine Auszahlung an die Menschen direkt, in Form eines Grundeinkommens in den Regionen. Quasi als Wirtschaftsförderung von unten. Damit verändern sich auch die Machtverhältnisse innerhalb des Systems. Weg von ein paar wenigen, die bislang über Geld verfügen und über Arbeitsplätze und Gesetze entscheiden können, hin zu den Menschen, die dann nicht mehr so abhängig vom System sind und sich freier entfalten können. Zum Thema Verteilungsgerechtigkeit liefert die Satiresendung die Anstalt vom 05.04.2016 auf unterhaltsame Weise einen guten Überblick.

Das Grundeinkommen soll eine Ergänzung zu anderen Konzepten, die teilweise ja auch schon zivilgesellschaftlich erarbeitet wurden, wie beispielsweise das Konzept “Lebensraum Rheinisches Revier – gutes Leben, gute Arbeit” sein. Schon hier wird deutlich: Es ist zivilgesellschaftliches Engagement, was zählt, und das soll durch ein Grundeinkommen gestärkt werden.

Selbstverständlich kann ein Modellprojekt nur ein erster Schritt sein und wir würden eine flächendeckende Einführung des Grundeinkommens vorziehen. Es sichert die Würde jedes einzelnen Menschen, ganz gleich welcher Hautfarbe, welches Geschlechts, etc. und sorgt dafür, dass alle eine Grundlage haben, in Würde zu leben, ohne dabei erpressbar zu sein oder in eine Arbeit gezwungen zu werden. Das wollen wir anhand der Initiative aufzeigen und die Menschen dazu anregen darüber nachzudenken. Sollte es zu einem Modellprojekt kommen, profitieren insbesondere die betroffenen Menschen und die Regionen davon. Vielleicht ist es aber auch Vorbild für ein Zukunftsmodell, welches auf die gesamte Gesellschaft übertragen wird

Es werden viele Situationen, nicht nur in Anbetracht der Klimakrise, auf uns zukommen, die eine neue Wirtschaftsweise erfordern werden. Oftmals üben Konzerne, wie beispielsweise die Automobilindustrie, Druck auf die Politik aus, in dem sie mit Stellenabbau drohen. Und auch die Digitalisierung wird Folgen mit sich bringen, die noch nicht abzuschätzen sind. Aber wir sollten die Chance sehen. Wenn Arbeitsplätze wegfallen, weil es schlicht weniger Arbeit gibt, dann sollten wir uns darüber freuen statt dieses Szenario zu fürchten.

Interessierten sei das Buch “Sicheres Grundeinkommen für alle – Wunschtraum oder realistische Perspektive” von Eva Douma empfohlen. Es liefert einen guten Überblick, über das Thema und ist dabei sehr verständlich geschrieben. Auch online findet sich eine schier unüberschaubare Menge an Artikeln zum Thema, beispielsweise folgender Basistext, oder auch auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung.

Samstag: Global Marijuana March in Viersen

Ein Gastbeitrag von Aaron Schulz

Viersen: Demonstration für die Legalisierung von Cannabis am 11.05.2019
Am Samstag, dem 11. Mai 2019, findet um 13:00 Uhr am Remigiusplatz in Viersen eine Demonstration im Rahmen des internationalen Global Marijuana Marchs statt. Die Hanffreund*innen Viersen rechnen mit etwa 50 Teilnehmenden.
Weltweit findet der Global Marijuana March in mehreren hundert Städten statt. Anlässlich dieser globalen Aktionsreihe gibt es auch in Deutschland Demonstrationen und Kundgebungen für die Legalisierung von Cannabis in über 30 Städten! Von Rostock bis München und von Düsseldorf bis Dresden wird für die Legalisierung von Cannabis geworben. Der Deutsche Hanfverband hat die einzelnen Organisator*innen bei der Vorbereitung begleitet und durch Beratung, Vernetzung und Vermittlung von Sponsoringgeldern unterstützt.
Die Hanffreund*innen Viersen organisieren mit Unterstützung des Deutschen Hanfverbands, der Piratenpartei Kreis Viersen und Der Linken Viersen die Demonstration in Viersen, um für ein Ende des unsinnigen und schädlichen Hanfverbots zu demonstrieren. Das Motto dabei lautet „Keine Pflanze ist illegal!“. Die Demonstration findet in Viersen bereits im vierten Jahr in Folge statt.
Hanf (lat. Cannabis) ist eine Pflanze, die in den meisten Ländern der Welt angebaut wird, ob legal oder illegal. Es braucht nur einen Samen, Erde, Wasser und Licht, um den fantastischen Lauf der Natur zu beginnen. Wie kann das ein Verbrechen sein? Wer maßt es sich an, diesen völlig normalen Vorgang zu kriminalisieren?
Der Sprecher der Gruppe, Lukas Wessel, sieht die Politik in der Pflicht:
„Alle Argumente, vorgetragen aus den unterschiedlichsten Perspektiven, begründen die Notwendigkeit einer sofortigen Legalisierung von Cannabis und Hanf. Cannabis ist eines der ältesten Nutz- und Rauschmittel und hat die Kulturgeschichte des Menschen seit Jahrtausenden begleitet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit rassistischen Hetzkampagnen in den USA die Prohibition begründet und die Kriminalisierung vieler Menschen eingeleitet. Außerdem geht es bei der Legalisierungsfrage nicht um die Wirkung einer Pflanze, sondern darum, dass eine bestimmte Gruppe eine andere Gruppe unterdrücken und kontrollieren will und deren Freiheit ohne Legitimation einschränkt. Wir lassen uns nicht länger unterdrücken! Die alte Nutz- und Kulturpflanze Hanf muss endlich wieder vollständig legal werden!“
Auch der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands, Georg Wurth, unterstützt die Forderung der Demonstrierenden:
„Seit Jahrzehnten verfolgt der deutsche Staat Bürgerinnen und Bürger für den Anbau dieser Pflanze. Der Konsum wurde dadurch nicht reduziert, dafür entstehen Probleme mit Streckmitteln, kriminellem Schwarzmarkt und fehlenden Steuereinnahmen. Wir sagen ganz klar: Schluss mit Krimi! Cannabis normal!“
Die Demonstration in Viersen startet am Samstag, dem 11.05.2019 um 13:00 Uhr am Remigiusplatz, zieht dann über den Willy-Brandt-Ring zum Löhcenter, anschließend durch die Innenstadt und schlussendlich zum Remigiusplatz zurück, wo es eine Abschlusskundgebung geben wird. Mit Sprechchören, Transparenten und einem Lautsprechersystem wird die politische Botschaft an die Bewohnerinnen und Bewohner von Viersen verbreitet werden.
Als Redner*innen werden unter anderem folgende Personen mit dabei sein:
Oliver Wasseige, Hanffreund*innen Viersen
Lukas Wessel, Hanffreund*innen Viersen
Aaron Schulz, Hanffreund*innen Viersen
Sandra Leurs. Piratenpartei

Informationen über die bundesweiten Aktionen im Rahmen des Global Marijuana Marchs gibt es auf der Website des Deutschen Hanfverbands unter http://www.hanfverband.de/gmm2019.