12.11.: Marianne Gronemeyer – Vergiss den Planeten – rette den Garten

„Vergiss den Planeten – rette den Garten“, das klingt verdächtig nach einem Rückzug in den stillen idyllischen Winkel, während die Welt in Trümmer fällt. Zu diesem Wahlspruch bekannte sich schließlich der englische Krimi-Autor Colin Cotterill.  Er schreibt weiter: „Die Welt ist groß und ich bin mikroskopisch: Ich verzweifle, weil mein Mikro-Ich die Welt nicht von ihrem ganzen Mist befreien kann. Aber ich habe einen briefmarkengroßen Flecken Land und eine Schaufel….“ .Der Verdacht, dass Cotterill für ein behagliches Privatiersdasein plädiert, kann sich nur  deshalb einstellen , weil wir uns an einen Effizienzbegriff gewöhnt haben, den die industrielle Produktion uns eingehämmert hat. Ihre Effizienz beruht auf einer hohen Konzentration auf einen immer enger werdenden Zweck. Als effizient gilt ein Produktionsvorgang  dann, wenn dieser  spezielle Zweck mit dem geringsten Aufwand an Zeit, Geld und menschlicher Arbeitskraft erreicht wird. Alle negativen Begleiterscheinungen dieser stupide zugespitzten Zweck-Mittel-Relation werden dabei generös außer Acht gelassen. Cotterill dagegen erinnert uns daran, dass wir, statt uns durch Weltrettungsphantasien lähmen zu lassen, dasjenige, was in der Reichweite unserer Einflussmöglichkeiten liegt, tun,.jeder und jede etwas anderes, unabhängig davon, ob es die Welt rettet. Einfach deshalb, weil es gut und richtig ist, es zu tun. 

Marianne Gronemeyer

Eintritt frei.

Di., 12.11., um 19 Uhr im BIS, Bismarckstraße 99, 41061 Mönchengladbach