­Wirr im Kopf statt Neues Wir

Gut, dass wir so aufgeweckte Mitglieder haben! Nach einem Hinweis hat sich herausgestellt, dass sich der Autor der von uns geplanten Filmvorführung „Ein Neues Wir“ in die Sackgasse eines „neuen Wirr“ verirrt hat: Der Regisseur des Films, Stefan Wolf, ist wahrscheinlich seit 2015 Anhänger der rechtsnationalen, völkischen und antisemitischen Ökodorf-Bewegung „Familienlandsitz-Siedlungen“, die sich auf die Bücher der rechtsesoterischen Anasataia-Reihe des russischen Autors Wladimir Megre beruft. Deshalb haben wir uns entschieden, den Film nicht zu zeigen, obwohl der Film unbedenklich ist und aus einer Zeit stammt, in der Stefan Wolf nicht Anhänger der Anastasia-Bewegung war.
Wir haben den Regisseur um eine Stellungnahme gebeten, die wir hier hinterlegt haben.
Ein Recherchebericht samt Quellenauswertung der Anastasia-Bücher des Schweizer Vereines Infosekta zum Thema findet ihr hier. Macht euch gern selbst ein Bild.

Leider ist uns im Vorfeld der Zusammenhang nicht aufgefallen. Spannend finden wir aber, dass rechtes Gedankengut nicht unbedingt als solches direkt erkennbar ist, sondern sich gut getarnt unter eine ökologisch orientierte, also in der Regel eher links eingestellte Klientel mischt. Politisch unbedarfte Menschen, die nach einer Alternative zu unserem zerstörerischen System in einem einfachen Landleben suchen, geraten so potentiell auf eine Rutschbahn in rechte Netzwerke.

Da uns bedauerlicherweise das Thema „Ökorechts“ aufgedrängt wurde, zeigen wir stattdessen eine Reportage über heile Familienlandhaus-Nazis und möchten mit euch im Anschluss über die Gefahren und Fallstricke einer Gemeinschaftssuche und Gründung sprechen. Außerdem wollen wir ein wenig im schönen Köntges mit Gemeinschaftsinteressierten netzwerken. Schon jetzt möchten wir euch auf den Vortrag von Hans Widmer „Nach Hause kommen“ hinweisen, in dem es explizit um die Gründung einer Nachbarschaft/Gemeinschaft geht.