Jörg

Die Welle. Neue Auflage.

von Jörg Bergstedt

Ständig und überall gibt es gesellschaftliche Vorgänge, deren Einheitlichkeit bei kritischem Blick irritiert. Da wirken Medien gleichgeschaltet oder alle Parteien, die an die Regierung kommen, machen ungefähr das gleiche wie ihre Vorgänger, trotz hochtrabend anderer Ankündigungen in Wahlkämpfen. Firmen konkurrieren untereinander, aber wollen alle das Gleiche: Profit, maximale Ausbeutung von Mensch und Natur, Monopole. Diese Einheitlichkeit ist der Nährboden von sogenannten Verschwörungstheorien: Da muss doch jemensch steuern, sonst wäre das doch nicht alles immer gleich. Doch es braucht keiner solchen Strippenzieher, um soziale Prozesse anzugleichen. Es reicht, eine Masse zu sein bzw., um genauer zu sein, sich in der Masse zu organisieren und zu kommunizieren. In der Menge nämlich „versinkt das Ungleichartige … im Gleichartigen, und die unbewussten Eigenschaften überwiegen“ schrieb Gustave Le Bon schon 1895 in seinem Klassiker „Psychologie der Massen“. Ganz ähnlich drückte es viel später Dirk Helbing von der ETH Zürich, als er das Ergebnis einer Untersuchung zusammenfasste: „Wenn alle anderen das Gleiche machen wie man selbst, glaubt man, auf dem richtigen Dampfer zu sein.“ Ähnlichkeiten mit aktuellen Zeiten sind rein zufällig …

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