Jörg

Von fatalen Vergleichen und bösen Träumen

Von Jörg Bergstedt

„Wir hoffen, dass der derzeitige Einsatz der Politik zum Schutz von Menschenleben nach der Überwindung der jetzigen Krise mit derselben Intensität auch den Opfern von Klimaerwärmung und Luftverschmutzung gilt“, las ich letztens in der Begründung zur Absage einer Veranstaltung – es war nicht das einzige Mal, dass so oder ähnlich formuliert wurde. Es ist Krise – mal wieder. Mit der in einer kapitalistischen Ordnung typischen Ausnahme für Waren und Ausgebeutete auf ihrem Weg zur Arbeit zeigen Staatsregierungen ihre Macht. Sie schließen Grenzen, verbieten Veranstaltungen, unterbinden soziale Kontakte, drosseln die Mobilität und definieren, welche Ansammlungen von Menschen notwendig sind und welche nicht. Die machen das aus ihrer Sicht, also aus der der Herrschenden. Dabei erzeugen sie mit ihren Mitteilungen Angst, unterstützt von auflagengeilen Medien plus klick- und follower-süchtigen Internetjunkies. Angst aber ist immer schon das schärfste Schwert jeder Form von Beherrschung. Wer den Menschen Angst macht, kann autoritäre Politiken durchsetzen, Menschen ausgrenzen oder vernichten, sogar Kriege anzetteln. Medien machen damit Auflage, NGOs Spenden und Mitglieder. Wieweit die autoritäre Politik tatsächlich gegen Corona hilft, wird sich herausstellen oder unabschätzbar bleiben. Dass die hohe Akzeptanz des Durchgriffs in den Regierungszentralen Lust auf mehr machen kann, ist als Gefahr offensichtlich. Wenn aber NGOs und Politgruppen jetzt fordern, dass der Staat bei ihrem Lieblingsthema bitte auch so hart durchgreifen soll, hat Corona schon mehr Menschen infiziert als die offiziellen Zahlen zeigen – nämlich mit einer bemerkenswerten Denkschwäche. Grenzen schließen für den Klimaschutz? Bundeswehreinsatz im Inneren? Verbote für unerwünschte Veranstaltungen, Organisationen oder Parteien? Was bitte noch? Hausbesuche zur Kontrolle der Mülltrennung oder Gleichberechtigung? Wie wäre es mit Kameraüberwachung in Wohngebieten? Nein: eine sozial und umweltgerechte Gesellschaft wächst von unten – oder sie kommt nicht. Schließlich haben Zwang zur Wirtschaftlichkeit und staatliches Sparen im sozialen Bereich das Gesundheitssystem auch eher geschwächt als gestärkt. Dagegen helfen Grenzkontrollen, Polizei und Bundeswehr jetzt auch nicht mehr.

Heute Fensterverkauf – wir sind am Start!

Heute geht er los, unser großer Fensterverkauf. Ausgewählte Lebensmittel in Großgebinden könnt ihr infektionsrisikominimiert bei uns am Fenster beziehen.
Ihr bleibt an der frischen Luft. Wir bleiben drin. Wir haben Abstand.
Bitte haltet auch, falls es zu einer Schlangenbildung kommt, draußen so 2 Meter Abstand von einander. Nehmt das bitte ernst.

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Wir haben übrigens ausreichen Klopapier. Eine Rolle kostet 1,55 €, die hält aber auch ewig. Unser Luxus-Toilettenpapier ist nicht zu vergleichen mit den üblichen Pöbel-Rollen, nein, es bietet ein unvergleichliches Erfrischungsgefühl bei gleichzeitiger Top-Ökobilanz. „Black Satino“: Alleine schon der Name lässt empfindliche Popöchen schneller schwabbeln!

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Update Sortimentliste Fensterverkauf

Liebe Leute,

leider haben wir einen gebrochenen Link produziert. Die Sortimentliste findet ihr auf der Startseite.
Wir werden uns bemühen, euch über nicht verfügbare Lebensmittel ebenfalls direkt auf unserer Startseite zu informieren. Aktuell sind das Apfelmark und die Erbsen nicht verfügbar.

Am Mittwoch haben wir nur 2 kg Papiertüten Kartoffeln am Start. Die 5 kg Gebinde kommen wahrscheinlich am Samstag. Der Kilo-Preis bleibt aber für uns derselbe.

Falls wir das Sortiment anpassen, findet ihr das auch auf unserer Startseite. Es kann sein, dass wir auch die Öffnungszeiten kurzfristig an die Nachfrage anpassen. Bitte informiert euch auf jeden Fall vor eurem Besuch auf unserer Webseite.

Wir glauben, mit unserem neuen System dem Bedürfnis nach kommen zu können, größere Mengen Lebensmittel ein zu kaufen. Außerdem ist die Idee des Fensterverkaufs ideal geeignet, um einen großen Abstand zu Menschen einhalten zu können. Ein sicherer Lebensmittelbezug in Zeiten der Virus-Krise.

Im Moment nehmen wir keine neuen Mitglieder auf.

Wir freuen uns schon, mit euch zu fensterln! 🙂

Fensterverkauf – sicher einkaufen

Liebe Leute,

wir haben überlegt, wie wir wieder aufmachen können, ohne dass ein Ansteckungs-Risiko für  Mitglieder besteht. Wir glauben, jetzt das sicherste System zum Lebensmittelbezug in Mönchengladbach für euch umsetzen zu können!
Folgendes werden wir bis auf Weiteres umsetzen:

Wir stellen um auf eine Art Kiosk-Verkauf: Ihr könnt nicht mehr in den Laden rein. Ihr bestellt durch unser Fenster und bleibt im Freien. Das ist gut gegen die Ansteckungsgefahr. Wir stellen euch die Waren zusammen und reichen sie euch aus dem Fenster raus. So wird jeder Nah-Kontakt weitestgehend vermieden.
Wir haben das Sortiment auf den Fensterverkauf hin optimiert. Das spezielle angepasste Sortiment findet ihr hier als PDF.

Wir füllen für euch auch unser Gesamtsortiment ab. Mit unseren kostenlosen Behältern oder in Papiertüten. Die Papiertüten sind für die Umwelt nicht optimal, aber wir halten den bestmöglichen Infektionsschutz für sehr wichtig.

Wir füllen alles ab 1 Kilo ab, bei Nüssen liegt die Untergrenze bei 500 Gramm, bei Gewürzen bei 100 Gramm. Ihr braucht keine eigenen Behälter mitbringen. Das Sonder-Sortiment ist nach wie vor verfügbar.

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Unser Hochsicherheitsfensterverkauf.

Abgabe nur an Mitglieder. Noch kein Mitglied? Mitgliedsantrag ausdrucken, ausfüllen und bei deinem ersten Fensterbesuch mitbringen!

Liebe Grüße
Benni, Lars, Magda und Regina

 

Infektionsprophylaxe: Wir lassen die Lemi ab heute zu

+++ UPDATE +++
Wir öffnen wieder ab Mittwoch, den 18.03. um 17.00 Uhr.
Infos hier klicken!

Liebe Leute,

wir lassen ab sofort die Tante Lemi zu. Das Ziel ist es, die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus (Corona) zu verlangsamen. Dadurch leisten wir einen uns möglichen Beitrag, um unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Die Dringlichkeit wird gut im folgenden Hintergrundartikel der Süddeutschen Zeitung deutlich:
https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/coronavirus-die-wucht-der-grossen-zahl-e575082/

Im Moment ist die Situation für uns sehr unklar und undurchsichtig. Wir können die Sachlage nicht einschätzen. Aus prophylaktischen Gründen lassen wir deshalb den Laden geschlossen. Besondere Verantwortung haben wir unseren ehrenamtlichen Kräften gegenüber, die wir keinem Risiko aussetzen möchten.
Sobald sich die Situation entspannt hat, werden wir wieder für euch da sein.

Wir informieren euch auf dieser Webseite, sobald wir wieder öffnen. Bitte seht von Anfragen per Mail ab. Kommentare unter diesem Beitrag sind hoch willkommen.

Abschließend noch Beiträge zum Nachrecherchieren:
https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Warum-Europa-jetzt-einen-Shutdown-braucht-4680531.html
https://www.heise.de/tp/features/Coronavirus-Europa-planlos-4678285.html
Unterschied zur Grippe:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-zum-Coronavirus-COVID-19-ist-keine-einfache-Grippe-4679572.html
Ein wenig Virus-Mathematik:

 

Benni, Lars, Magda und Regina

 

Eine andere Welt selbst möglich machen

Zur Idee des Anarcho-Syndikalismus

— Vortrag und Diskussion —

Eine Veranstaltung der FAU Sektion Mönchengladbach

Bezugnehmend auf das Motto der Mönchengladbacher Demonstration „Don’t stop believin‘ – Eine andere Welt ist möglich“, an der auch wir im vergangenen Oktober teilnahmen, wollen wir euch den Anarcho-Syndikalismus vorstellen und euch seine Grundannahmen, Ziele, Strategien und Mittel näherbringen.

Wir denken, eine Welt jenseits des Kapitalismus ist möglich, aber sie entsteht nicht von selbst. Nicht das Streben nach Profit, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen gehört in den Fokus. Nur gegenseitige Hilfe und Solidarität bringen uns weiter, nicht brutale Konkurrenz. Ein achtsamer Umgang mit Natur und Ressourcen ist unabdingbar. Und ein selbstbestimmtes Leben und Begegnungen auf Augenhöhe für alle Menschen sind das, was es anzustreben gilt.

Als Gesellschaft sollten wir das nicht fortwährend an Fachleute und Stellvertreter*innen delegieren, denn wir können es nur miteinander lernen. Der Anarcho-Syndikalismus stellt, unserer Überzeugung nach, ein sehr brauchbares, zeitgemäßes Konzept der sozialen und ökonomischen Organisierung dar.

Ideen und Praxis der Anarcho-Syndikalist*innen aus den letzten rund 150 Jahren sind unsere Basis. Von ihr ausgehend, ist es an uns, konkrete, für die sich rasant ändernde Gegenwart passende Modelle des gesellschaftlichen Zusammenlebens und -arbeitens zu entwerfen und im Kleinen und Großen auszuprobieren.

Wir freuen uns, an diesem Abend darüber mit euch ins Gespräch zu kommen und die Fragen und Überlegungen, die uns nach dem einführenden Vortrag beschäftigen, miteinander zu diskutieren.

Mittwoch, 11.03.20, Einlass 18:30 Uhr, Beginn 19 Uhr

Eintritt frei.

Ort: Chapeau Kultur / Bahnhofstraße 24 / 41236 Mönchengladbach-Rheydt

Eine Veranstaltung der FAU Sektion Mönchengladbach

https://duesseldorf.fau.org/sektionen/mg

www.facebook.com/MG.FAU

Max Schnetker: “ Klimakatastrophe vs. Superintelligenz: Zur Kritik einer technizistischen Ideologie“

Vortrag, Freitag, 20. März 2019, 19 Uhr

Trotz aller Gegenargumente: Die globale Wirtschaft ist nach wie vor vom Paradigma unbegrenzten Wachstums geprägt. Dieses Paradigma kollidiert zunehmend und offensichtlich mit dem Schwinden der für dieses Wachstum notwendigen Ressourcen sowie mit den externalisierten Folgen, die als Umweltzerstörung und Klimakatastrophe auf wirtschaftliche und soziale Systeme zurückschlagen.

Die neuen Eliten, die die Digitalisierung hervorgebracht hat, sind jedoch notwendig angewiesen auf Paradigmen von Wachstum, Erneuerung und Disruption. Es nimmt also nicht wunder, dass unter ihnen Ideologien populär werden, die versprechen, dass es diese Probleme schlicht und ergreifend einfach nicht gibt. Hier sticht insbesondere der Transhumanismus hervor, besonders in seinen Formulierungen, die rund um die Idee der technologischen Singularität kreisen. Er verspricht nicht nur die Verbesserung des Menschen, sondern auch, dass ewiges Wachstum ein Naturgesetz des Universums sei, dass man externe Faktoren ignorieren könne und dass man die Folgen der kapitalistischen Wirtschaft technologisch in den Griff kriegen könne.

In meinem Vortrag möchte ich die singularitaristische Spielart des Transhumanismus in den Blick nehmen, und zwar insbesondere in ihrer Bedeutung bei der Abschottung technologischer Millieus vor Klimawandeldiskursen. Der Transhumanismus führt als menscheitsvernichtendes Katastrophenszenario eine schlecht verlaufende technologische Singularität ein. Aus dieser könne eine bösartige künstliche Superintelligenz entstehen. Dieses Katastrophenszenario wird parallel zu Szenarien wie der Klimakatastrophe, Meteoreinschlägen und Atomkriegen verhandelt. Es erweitert vordergründig das Denken über menschheitsgefährdende Katastrophen um einen bisher unbeleuchteten Aspekt. Tatsächlich ist das Argument allerdings so angelegt, dass es Diskurse rund um die Klimakatastrophe relativiert: Es hat auch in der Praxis genau diesen Effekt. Der entscheidende Punkt liegt dabei in Fantasien technologischer Kontrolle über komplexe globale Systeme.

Eintritt frei.

Max Schnetker: Klimakatastrophe vs. Superintelligenz: Zur Kritik einer technizistischen Ideologie
Fr., 20. März 2019, um 19 Uhr im Köntges, Waldhausener Str. 16