Die Woche: Fleisch, Filme, Kaffeepreise, Klimastreik

Neuigkeiten von der Tante

Neue Lieferung

Leider hat eine Lieferung nicht geklappt, deshalb sind das Backpulver und die Feigen noch nicht da. Cornflakes ist gerade nicht lieferbar, rote Linsen und Zucker wurden vergessen zu bestellen. Stattdessen haben wir Gelbe Linsen, probiert die doch mal, von denen wurde nämlich versehentlich zu viel bestellt. Diese haben eine sehr ähnliche Eigenschaft wie Rote Linsen, kochen auch sehr schnell und zerfallen zu einem herrlich aromatischen Linsenpüree – einfach mal probieren. Zu Beginn der Weihnachtsbacksaison sollte wieder genügend Zucker vorrätig sein.
Falls du bei den Bestellungen helfen möchtest, damit so etwas nicht mehr passiert, so melde dich doch.

Entwicklung Kaffeepreise

Gute Nachrichten beim Kaffee: Wegen einer großzügigen Einkaufspolitik können wir die Preissteigerung beim Kaffee etwas abfedern und manche Sorten sogar günstiger anbieten. Warum? In der Vergangenheit haben wir teilweise Umstellungsware zum Solipreis gekauft, das könnt ihr hier nachlesen. Jetzt kaufen wir Umstellungsware nicht mehr zum vollen Biopreis ein, sondern zahlen den günstigeren Umstellungspreis. Das gibt uns etwas Luft bei der Preisgestaltung, die Hausmischung, unser Budget-Kaffee, ist dadurch sogar ein Euro pro Kilo günstiger geworden. Die Bauern werden trotzdem direkt und fair bezahlt.


Termine

TÄGLICH: Kino – „Alice Schwarzer“

Alice Schwarzer, Journalistin, Autorin und Verlegerin, ist durch ihre vielfältigen Fernsehauftritte und als Leiterin von Diskussionsrunden seit den 70er Jahren ein Medienstar. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Selbstbestimmung der Frau. Alice Schwarzer hat es mit Emma und ihrer Medienpräsenz geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dafür wird sie geliebt und gehasst. Es gibt kaum jemanden, den sie kalt lässt. Alice Schwarzer, der Kinodokumentarfilm ist die Biografie einer streitbaren Journalistin, die niemals locker lässt, und eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, der zweiten Frauenbewegung bis heute.
Trailer:

 

Rezension hier.
Haus Zoar, täglich gegen 17 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier

 

MONTAG, 19.09.: Leben in der Klimakrise: Gehen oder bleiben

Dürre in Deutschland, Waldbrande in Sud- und Nordeuropa: Die Klimakrise ist auch bei uns angekommen.
Immer stärkere Stürme und Starkniederschläge, Dürren und Überschwemmungen zerstören die Heimat und Einkommensmöglichkeiten von vielen Menschen.
Misereor, das katholische Hilfswerk begleitet Menschen darin, im Klimawandel würdevoll zu leben und sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Diskutieren Sie mit der Referentin Anika Schroeder, die bei Misereor für das Resort Klima und Entwicklung zuständig ist, was sich in Politik und Gesellschaft und auch in Mönchengladbach verändern muss.
Pfarrheim St. Johannes, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 

 

MITTWOCH, 21.09.: Kino – „Und dann der Regen“

Ein junger spanischer Regisseur will den großen, wahrhaftigen Film über Kolumbus drehen: nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung. Weil das Budget knapp ist, hat der Produzent das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Die Wasserversorgung wurde an einen internationalen Konzern verkauft, der nach Preiserhöhungen sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt. Trailer:

BIS-Zentrum, 20 Uhr.
Alle Infos hier.
 
 

FREITAG, 23.09.: Klimastreik

Am 23. September gehen wieder weltweit Menschen mit FridaysForFuture auf die Straßen. Sie fordern den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, eine grundlegende Verkehrswende, genügend Geld für ein drittes Entlastungspaket und Unterstützung des globalen Südens bei der Bewältigung der Klimakrise. 
Wo? Korschenbroich oder Düsseldorf, 16 bzw. 17 Uhr
 
 

SAMSTAG, 24.09. Transition Town bei Eröffnung Jonas-Park

Stofftaschen bemalen, Solarfotos machen, Kräuter raten: Transition Town wird Saatgut von Open Source Tomaten weitergeben und selbstgemachte Marmelade gegen eine Spende anbieten. Außerdem wird ein Imker vor Ort sein.
Berggartenoase, VHS, 13.30 -18 Uhr

Gardinen Predigt (2)

 

Fleisch. Fleisch.

 
 
Der Autor dieser Zeilen (in diesem speziellen Falle: ich) denkt manchmal: Hey, wird schon, wird schon besser, irgendwie bemühen sich doch alle“, aber dann hat er (also der Autor) dieses kostenlose Statistik-Abo abgeschlossen, eine Tatsache, die er (also ich) letzte Die Woche noch der Tante untergeschoben hatte. Und jetzt hab ich (also er) es schwarz auf weiß, vielmehr schweinchenrosa auf weiß, siehe Säulengrafik unten. Yo, unser Verein ist zwar vegan, alle sind gefühlt vegetarisch, nein, ich esse auch kein Fleisch, und wenn, dann nur bio oder wenn es ein Anderer kocht, bei meinen Eltern, Freundin/Freund, Omaopatanteonkel, aber ich kauf das nie, und wenn, dann beim Metzger, da weiß ich nämlich, wo das herkommt (nämlich von der Riesenschweinemassenmastanlage), dem vertraue ich. Und jetzt das:
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Von wegen Peak-Fleisch oder Peak-Everything. Es geht weiter rauf. Und das heftig und ungebrochen.
 
Ein Keim der Hoffnung:
 
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Immerhin! Oder? Wird ja doch was besser, zumindest hier in Deutschland. Und das ist wichtig, die westliche, imperiale Ego-Wertegemeinschaft ist schließlich das leuchtende Zentrum der Welt, nach dessen krankhafter Lebensweise so viele streben
Da es kein gesetzlich geregeltes Fleischverzehrmindestalter gibt, sind in den 55 Kilo Fleisch pro Jahr pro Kopf in Deutschland Babys, aber auch Vegetarier*innen mit gezählt, und wir alle essen also 150 Gramm Fleisch pro Kopf und pro Tag. Das ist ein ziemlicher Haufen, und wenn man die 150 Gramm sehr, sehr flach mit einem Schnitzelklopfer extremplanieren würde, wäre das in etwa so groß wie ein Fußballfeld. Und das jeden Tag!
Da wir heute wissen, dass Wurst nicht zu unserer Gesundheit beiträgt ist, und da wir wissen, dass Fleisch ein Haupttreiber der Klimakatastrophe ist, bleibt nur der Geschmack als einziges Argument, sich 150 Gramm Durchschnittsfleisch jeden Tag reinzustellen. Oder geht die Fleischeslust noch tiefer?
 

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“

Kennt ihr das noch? Der Werbe-Klassiker der CMA:

 

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Seit 1973 hat sich auch etwas getan. Die CMA gibt es nicht mehr, und wenn es sie noch geben würde, würde es sicher unglaublich komisch wirken, wenn sie noch behaupten würde, Wurst sei ein „Fitnessrezept“.
Interessant und aktuell scheint der Spruch „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ aber noch immer. Dabei wird Fleisch doch in der Regel und fast ohne Ausnahme nicht mehr lebend konsumiert, jedes Fleischmahl ist so gesehen ein Leichenschmaus. Folglich müsste es natürlich richtig heißen „Fleisch ist ein Stück Leiche“. Totes Fleisch als Symbol für Lebenskraft, Totes wird mit dem Leben schlechthin, mit Lebendigkeit, gleichgesetzt – das könnte immer noch aktuell sein.
 

Opfergang auf Weber-Altar

Warum essen Menschen überhaupt noch Fleisch, wenn sie wissen, dass es ihrer Gesundheit schadet und der Biosphäre? Wahrscheinlich läuft die Fleischkonsum-Entscheidung unbewusst ab: Fleischesser*innen essen Fleisch vermutlich nicht, obwohl sie wissen, dass für ihre Currywurst Lebewesen getötet und vermutlich gequält werden, sondern weil sie es (unbewusst) ganz genau wissen – und genießen: Durch den Konsum von Fleisch kann ich mich in vollkommener Totalität über anderes Leben erheben. Ein Muster, das wir ähnlich ebenfalls im Konsum von Waren erkennen könnten. In der Negation von anderem Leben, also Leben, das ich nicht bin, wird mein eigenes Leben erst spürbar.
Das Inkorporieren (das Essen) von Fleisch kann als Urkonsum angesehen werden, mit dem ich mir die Lebendigkeit eines anderen Lebewesen einverleibe, in dem ich – in Anlehnung an das christliche Abendmahl – die dem Tier genommene Lebendigkeit symbolisch auf mich übertrage, in mich übergehen lasse. Der Fleischeslust könnte demnach ein Bedürfnis nach der eigenen, selbst nicht gelebten Lebendigkeit innewohnen. Oder der archaische Versuch, dem Ideal einer ewigen Jugend nahe zu kommen. Denn durch Fleischessen werde ich symbolisch zu dem, was ich in meinen Körper aufnehme, werde zum Tier: wild, lebendig, frei.
Dieser ritualhafte Übertrag von Lebendigkeit kann alleine und verwässert begangen werden, etwa durch den Verzehr von Salamitiefkühlpizza, oder gemeinschaftlich, pur, blutig und konzentriert durch Tier-Opfer auf dem Weber-Altar.
Fleischessen ist so betrachtet ein hochsymbolischer Vorgang, der nicht ernährungswissenschaftlich aufgeschlüsselt werden kann, sondern in den Bereich der Semiotik fällt.
Oder auch nicht.
 
Zum Schluss Musik.

 

 


Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Haus Zoar, Weltmeermüll, Waldbaden (official!), Queere Tüte

Neuigkeiten von der Tante

Öffnungszeiten – Dienstag: Danke!

Ein fettes DANKE an Martina: ab jetzt teilen sich Horst und Martina die Dienstags-Öffnung – der Dienstag ist jetzt gerettet. Danke Martina, dass du uns ab jetzt unterstützt!  Also Dienstag 10 bis 13 Uhr ist, wie in der letzten Woche (also diese Zeitperioden-Woche, nicht Die Woche-Woche) auch wieder zuverlässig geöffnet.
Geld hat unser gemeinsamer Verein genug. Was uns fehlt sind Menschen, die sich engagieren. Mit Geld retten wir die Welt nicht – im Gegenteil!  Wir brauchen Menschen, die Stück für Stück aus geldkodierten sozialen Interaktionen aussteigen und sich für das neue Miteinander engagieren. Für unser Lädchen, für die Idee der Gemeinwirtschaft, für etwas, was unsere lebensfeindliche Wirtschaftsordnung ersetzt. Gib dir einen Ruck und melde dich, wir freuen uns über Verstärkung.

Mittwoch kommt die neue Lieferung

Unsere Regale waren doch jetzt arg geplündert. Mittwoch ist wieder alles da, auch ein neues Produkt. Was? Das kommt (Spannung!) in der nächsten Die Woche, aber schon diese Woche, also komm vorbei uns schau selbst. Ab Mittwoch! Irgendwas mit SOYA!!! 🙂
Kaffee ist wahrscheinlich erst am Samstag wieder vollständig ergänzt. Der Bremer Stadtkaffee wird ausgelistet, kann aber für euch bestellt werden, einfach Bescheid geben. Neu ist Ruanda Amazi Mesa, 100% Arabica von der Dukunde Kawa Kooperative aus Ruanda, sehr spannender und ungewöhnlicher Geschmack.

Umsatz steigt wieder

Wir freuen uns: Im Moment ist wieder einiges los. Danke, dass ihr wieder kommt.

Impressionen 1. Japan Filmfest Niederrhein

Neun spannende Filme an drei Tagen, zwei tolle Onigiri-Workshop (die dann auch zufällig in den Filmen ständig gegessen wurden), hier ein paar Impressionen:

Auch für das Kino Lemuria suchen wir Menschen, die Lust haben, sich für ein Programmkino für Mönchengladbach zu engagieren.


Termine

MITTWOCH, 14.09.: LesARTen – Literaturtreff

Du schreibst? Und würdest gerne erfahren, wie deine Texte bei anderen ankommen? Möchtest über Feedbacks erfahren, was noch verbesserungswürdig und was schon genau richtig ist? Dann schau bei LesARTen, dem offenen Literaturtreff im BIS vorbei.
BIS-Zentrum, 20 Uhr
Infos hier.
 

FREITAG, 16.09.: Gemischte Tüte – Queer drink, chill & chat

An alle Gummibärchen und Leckmuscheln: kommt ins Köntges!
An jedem zweiten Freitag sind wir dein sicheres zu Hause für einen ungezwungenen, bunten und fröhlichen Abend. Mit einem Drink in der Hand, den Hosentaschen voller Süßigkeiten und jeder Menge netter Menschen sind wir der perfekte Ausgangspunkt für einen fröhlichen Abend in der Altstadt oder einfach um den Feierabend zu genießen.
Köntges, 17 – 22 Uhr
Alle Infos hier.

FREITAG, 16.09.: Kino: Vendhu Thanindhathu Kaadu

JUHUU: Das Haus Zoar hat neue Pächter*innen. Und die feiern Kino richtig nice ab. Heute gibt es Vendhu Thanindhathu Kaadu, einen Tamil Film, Orginal mit Untertitel.
Trailer:
Haus Zoar, 19:30
 

SAMSTAG, 17.09.: Waldbaden – Wald erleben mit allen Sinnen

Beim Waldbaden konzentrierst du dich voll und ganz auf deine Sinne. Es geht darum, den Wald bewusst zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken. Du wirst Atemtechniken, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen kennenlernen, mit deren Hilfe du im wahrsten Sinne des Wortes in die Waldatmosphäre eintauchen kannst.
VHS-Kurs, 25 Euro, 09:30 – 12:30 Uhr, Brahmsstr. 142, 41169 Mönchengladbach
Alle Infos hier.
 

SONNTAG, 18.09.: Fancy Woman Bike Ride

Weltweit in über 200 Städten treffen sich Frauen zu einer kunterbunten Fahrradtour. Weil Frauen die Welt verändern können, und das Fahrrad kann helfen. Fancy Women Bike Ride ist eine Veranstaltung von Frauen für Frauen, um Infrastruktur und Inspiration zu verlangen.
Anmeldung nicht erforderlich.
Herren können gerne begleiten, solange sie mit fahren, nicht vor. Kinder sind willkommen.
15 – 16 Uhr, Bunter Garten / Bettrather Straße
Infos hier.

Gardinen Predigt (2)

 

Plastik im Magen

Seit die Tante sich an der Haustüre dieses ziemlich fragwürdige Gratis-Statistik-Abo hat aufschwatzen lassen, müssen wir uns einiges anhören. Aber sind trotzdem spannende Zahlen:
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Also von unserer veganen Perspektive aus gesehen hat die Hochseefischerei kein Problem, sondern sie ist es natürlich, aber das schenken wir uns mal: Lebensmittelverpackungen belasten die Weltmeere. Nur so mal zur Motivation, in unseren kleinen Unverpacktladen zu kommen und den Müll und die Verpackungen wenigstens schon mal wirklich deutlich zu reduzieren.
Aber Vorsicht: Demnächst kramt unsere Tante bestimmt noch so eine aufgeschwatzte Statistik zum Thema Auto und Umwelt raus, dann wird sie auch immer ganz wütend bei dem Thema, deshalb nochmal die Bitte, nicht mit der Karre zu kommen, um Plastikfolien zu sparen, denn Autofahren ist noch krasser als Plastikfolien in Meere dis­si­pie­ren zu lassen.

Ups: Ziemlich kurz heute, diese Gardinenpredigt, denn aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf fällt die Gardinenpredigt diese Die Woche leider fast aus, obwohl es viel, viel zu viel zu sagen, aber noch mehr zu tun, und noch viel viel mehr zu lassen geben würde.
Stattdessen singen wir noch gemeinsam 197, Strophe 2,4 und 7.
Bis nächste Die Woche.
Amen.

Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Nachbarschaftliches Sommertreffen, Ferfigpizza, Japan Filmfest Niederrhein, Öko-Aktionstag

Neuigkeiten von der Tante

SORRY! Dienstag konnten wir nicht öffnen

Ein fettes SORRY für letzten Dienstag. Wir haben niemanden für den Dienst gefunden und mussten deshalb die Tante geschlossen lassen. Das ist uns schon sehr lange nicht mehr passiert. Das tut uns aufrichtig leid, denn es ist natürlich blöd vor verschlossener Türe zu stehen, wenn ihr euch schon die Mühe macht, zu uns zu kommen.
Aber es ist auch ein Indiz dafür, dass unsere Ehrenamter*innen-Decke sehr dünn ist, besonders am Dienstag. Was meinst du: Könntest du nicht einen Dienst im Monat oder alle zwei Monate übernehmen? Kaufladen spielen? Macht Spaß.
Unser Konzept funktioniert nur, wenn sich genügend Menschen finden, die sich ein wenig engagieren. Für unser Lädchen, für die Idee der Gemeinwirtschaft, für etwas, was unsere lebensfeindliche Wirtschaftsordnung ersetzt. Gib dir einen Ruck und melde dich, wir freuen uns über Verstärkung.


Termine

07.09.: BÄM Jam Session

Aus einem kleinen Raum mit einer kleinen Bühne in einem kleinen Haus auf einer bunten Straße in einer grauen Stadt schallt es in die Welt hinaus: BÄM! Eine neue Jam Session in Mönchengladbach.
Bei der Jam Session geht es jeden 1. Mittwoch im Monat um 19 Uhr mit experimentellem, orientalischem Rock los. Um 19.30 Uhr ist die Bühne dann offen für alle, die Lust haben.
Schrei auf e.V., Waldhausener Straße 62
 

08.-11.09.: Japan Filmfest Niederrhein

9 hochkarätige Filme an 3 Tagen, der cineastische Leckerbissen des Jahres in Mönchengladbach. Lecker wird es auch zur Eröffnung, da gibt es nämlich vegane Leckereien vom Stopckas, japanisch inspiriert. Aber erst nach den Grußworten des Oberbürgermeisters und der japanischen Vizekonsulin.
Karten und das ganze Programm hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/
 

09. und 10.09.: Japanischer Streetfood Workshop

Onigiri ist das schnelle und gesunde Bütterchen-Äquivalent  im Land der aufgehenden Sonne – und Aya Murakami zeigt dir, wie man die wohlschmeckenden und variantenreichen Reishappen meisterlich zubereitet, und das mit rein pflanzlichen Zutaten. Für Eine Erde Mitglieder kosten alle Angebote des Japan Filmfest Niederrhein übrigens nur die Hälfte. Alle Infos hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/
 

11.09.: Öko-Aktionstag auf Schauhof in Willich

Unser Kartoffelhof dreht am Sonntag richtig auf: Apfelsaftpressen, Hofführungen, Molkereirundgänge, Nistkastenbau und lecker Essen: wer wirklich nicht zu unserem Japan Filmfest gehen möchte, hat hier vor den Toren Mönchengladbachs die Möglichkeit, einen schönen Tag auf dem Bauernhof der Familie Zenz zu verbringen.
Von 11 – 17 Uhr, alle Infos hier.
 

11.09.: Nachbarschaftliches Sommertreffen

Sommertreffen in gemütlichem Rahmen: gemeinsam essen und trinken, sich unterhalten, Zeit gemeinsam genießen und Stadt gestalten. Auf dem Platz vor Tante LeMi möchte der neue Verein „Gemeinschaft & Zukunft“ mit einer engagierten Nachbarschaft zusammenkommen und sich austauschen. Getränke und Essen sind frei. Alle Infos hier.
 

Gardinen Predigt (2)

 

Fertigpizza fickt uns

Ritsch-ratsch, schnipp-schnapp, rein in die Pfanne, in den Topf, in den Ofen, 10 Minuten backen, dünsten, braten – fertig ist das „Essen“: immer mehr Menschen greifen zur Tiefkühlkost. Seit 1989 hat sich der Absatz der eisigen Mahlzeit nahezu verfünffacht, von 3,2 Mrd. Euro zu 15,9 Mrd. Euro. Ein ungeheurer Anstieg, und ein Trend, der ungebrochen scheint, wie die folgende Grafik zeigt:

tiefkühlung

Einsame Nahrung

Auch in der Corona-Zeit hielt der Trend an. Das hat natürlich auch eine Auswirkung auf unser Lädchen, denn wir verkaufen nahezu ausschließlich Rohstoffe, Grundzutaten zum Selberkochen. Je weniger Menschen selber kochen, desto weniger kaufen bei uns ein.
Wollen die Menschen nicht mehr kochen oder können sie es nicht mehr? Was sind die Gründe, warum die Menschen immer mehr zur Fertignahrung greifen?
Klar ist: Fertiggerichte machen dick, sind ungesund und steigern das Krebsrisiko. Fertiggerichte machen sogar süchtig, wie die Ökotoxikologin Andrea Herrmann weiß. Der Grund: die unnatürliche Zusammensetzung der prozessierten Nahrung verwirrt unser Belohnungszentrum, immer mehr des Industrie-Breis muss gegessen werden, um den gewünschten Kick auslösen zu können. Interessant: In 77 Prozent der Fällen werden Fertiggerichte für den Eigenverzehr aufgebrüht.
Die eisige Mahlzeit wird also nicht mit den Lieben zusammen gegessen, sondern alleine verschlungen. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten, dass wir immer öfter alleine essen. So gesehen: der weiter steigende Konsum von Fertignahrung scheint ein Indiz für die Vereinsamung der Menschen zu sein, die Kälte der Tiefkühlkost steht in Zusammenhang mit der wachsenden sozialen Kälte.

Mangelnde Selbstfürsorge

Es ließe sich noch darüber spekulieren, ob die Menschen immer mehr erschöpft sind von einem Alltag, der ihnen die Kraft raubt, für sich selbst gut zu sorgen. Denn das ist es ja auch: Selbstfürsorge, wenn ich gut und gesund und lecker für mich koche. Und weiter: in einer Welt, die meine Arbeitskraft ausbeutet, kann ich durch den Verzehr von Fertignahrung auch aktiv Teil haben an Ausbeutungsprozessen, also selber andere Menschen ausbeuten. Denn irgendjemand stellt die Nahrung ja für mich her, irgendjemand stellt die Industrieanlagen für Fertignahrung her, irgendjemand baut die Rohstoffe für die Maschinen ab und schließlich baut jemand die Nahrungsmittel an, die in den Fertiggerichten verarbeitet werden. Alles Prozesse, die den Menschen, die daran beteiligt sind, sicher keine Freude bereiten. Mit dem Essen von Fertignahrung stelle ich mich an die Spitze eines gigantischen Industrieprozesses, der auch andere schädigt. Fertignahrung ist so gesehen die aggressive Teilhabe an imperialen Lebensweisen: für mich wird gekocht, von anonymen Lohn- und Maschinensklaven. Fertig-Essen als imperiale Geste.

Buchweizen statt Bofrost

Weniger Fertignahrung zu konsumieren ist also nicht nur gesünder und leckerer, sondern auch eine gelebte Kapitalismusreduktion. Vielleicht ließe sich sagen, dass wir bestrebt sein sollten, unser Leben so zu führen, dass wir gut essen können, dass wir Zeit dafür haben. Wenn ich häufig zu Fertignahrung greife, dann ist das wahrscheinlich ein Anzeichen dafür, dass etwas falsch läuft im Leben. Für mich und für andere. Also: komm mal wieder zur guten, alten Tante, füll dir zum Beispiel ein Kilo Buchweizen ab, und schau mal, was man damit alles Leckeres machen kann. Und veränder gleichzeitig die Welt. Ein ganz kleines bisschen.


Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Weltretten jetzt, Altöl, Schamane

Altölregelung

Wir haben jetzt einen verbindlichen Altölentsorgungsfahrplan. Wir machen das so: das neue, unglaublich hochwertige und leckere Olivenöl verkaufen wir nur im ganzen Gebinde und füllen es nicht als „Pflanzenöl nach Olivenart“ ab. Wenn ihr also Öl von uns abgefüllt bekommen wollt, so füllen wir euch so lange die Altölbestände ab, bis sie weg sind: das neue Öl gibt es erst literweise, wenn das Altöl entsorgt ist. Fair, oder?


„Pflanzenöl nach Olivenart“?

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Olivenöle dürfen nicht abgefüllt werden. Erinnert ihr euch noch an die Olivenölskandale, als reihenweise Öl mit teilweise gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen gepanscht als Olivenöl verkauft wurde? Genau! Deshalb ist das seit 2016 verboten. Und da die Tante immer schon äußerst gesetzestreu war, machen wir das natürlich auch nicht, sondern verkaufen euch ein „Pflanzenöl nach Olivenart“. 😉 Schmeckt aber sehr, sehr ähnlich …
Ist ein bisschen teurer als als das „Olivenöl nativ extra“, aber es kleckert auch übelst beim Abfüllen.


Termine:

2. September: Nachhaltige Entdeckungstour – HeimatCHECK

Begebt euch mit dem in Mönchengladbach frisch gegründeten Verein Gemeinschaft & Zukunft e.V. am 2. September, ab 15 Uhr auf Entdeckungstour. Gemeinsam besucht ihr drei spannende Orte in unserer Stadt, an denen zum Thema nachhaltige Ernährung gearbeitet wird. Lebensmittel und ihre Herkunft sehen, fühlen, riechen, schmecken und hören – lautet das Motto dieser Tour:

  1. Zwei Morgen Land, 15 Uhr
    Ihr besucht Mönchengladbachs ersten regenerativen Marktgarten und lasst euch von Alex erklären, warum dieses Konzept für unsere zukunftsfähige Ernährung so wichtig ist – „Kein Gift, kein Pflug, keine Gülle. Gute Erde und liebevolle Handarbeit.“
  2. Tante LeMi, ca. 16.30 Uhr
    Per Rad geht’s zu uns, Tante LeMi, wo Lebensmittelverteilung ehrenamtlich, gemeinnützig und selbstorganisiert passiert. Zudem vegan und vor allem unverpackt!
  3. VHS und BergGartenOase, 18 Uhr
    Ist es möglich, in der Zukunft 10 Milliarden Menschen zu ernähren?, wird das Thema eines Vortrags sein, der den Auftakt zu einem abschließenden Austausch macht. Vor dem Vortrag werft ihr einen Blick in einen kleinen Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt, die BergGartenOase

Tour-Treffpunkt: 15 Uhr, Sonnenstr. 26, mit dem Rad
Anmeldung erwünscht: information@posteo.de
Alle Infos: https://gemeinschaft-und-zukunft.de/heimatcheck/


Straßenmusikfest im Bunten Garten

Komm raus, in die Natur – in den Bunten Garten. Triff bekannte und unbekannte Menschen und verbringe eine schöne Zeit. Von 14-20 Uhr spielen über 10 Bands für dich – und das völlig kostenlos.
Alle Infos und das Lineup hier: https://gemeinschaft-und-zukunft.de/strassenmusikfest/
Eine Erde wird vermutlich mit einem Infostand vertreten sein.


09. September: Kino – Shaman’s Daughter

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Eine Perle des japanischen Films erwartet euch am Freitag, den 09. September in der VHS.
Shaman’s Daughter gelingt ein Genre-Mischmasch – ein Cocktail aus heiterer Komödie, Familiendrama, blutigem Thriller und geisterhafter Romanze -, der nicht nur angenehm ist, sondern dem Zuschauer auch ein reichhaltiges emotionales Gewebe bietet, das es auszukosten gilt.
„Für mich einer der besten 10 Filme aus Japan der letzten zwei Jahre“, sagt Oliver Georg. Und der muss es wissen, schließlich ist Oliver Chef des Japan Filmfest Hamburg und sichtet jährlich mehrere hundert japanische Filme.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=P_uL0440QRE
Alle Infos zum Japan Filmfestival: https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/


Wir retten die Welt – zusammen. Jetzt.

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Das war einmal die Loire

Die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. Dürre und extrem heiße Sommer werden wohl ein neuer Standard in Deutschland und Europa werden: Willkommen in der neuen klimakatastrophalen Welt! Da bringt es auch nichts, den Kopf in den Fernseher zu stecken und Netflix zu streamen, bis das Modem glüht – interessanterweise verstärkt gerade Video-Streaming den Treibhauseffekt: Netflix und Co emittieren jährlich etwa soviel CO2 wie das gesamte Land Spanien.

Die Probleme scheinen unlösbar für uns zu sein. Zu groß, zu abstrakt, zu fern. Der Staat müsste etwas machen, oder die EU, oder die UNO. Je weiter die Lösung von uns entfernt zu liegen scheint, umso weniger erscheint es uns möglich, selber etwas zur Lösung bei zu tragen.

Dabei werden wir keine Regierung der Welt dazu bringen, uns, unsere Erde, zu retten. Das müssen wir schon selber machen – zusammen, in kleinen Schritten, jetzt. Eine Erde, unser gemeinsamer Verein, bietet hier eine Möglichkeit. Denn das Streben nach Profit, das nicht-gemeinschaftliche Wirtschaften, hat uns in die Situation gebracht, in der wir jetzt sind. Wir brauchen eine neue Form des Zusammen-Wirtschaften. Wir nennen das Gemeinwirtschaft. Die Tante LeMi ist ein gemeinwirtschaftliches Unternehmchen, das noch recht klein ist. Es kann noch wachsen. Es braucht noch Hilfe, Lebenskraft, Zeit, Aufmerksamkeit, Hege und Pflege und Liebe. Von dir. Das Neue, das Gemeinwirtschaftliche, die Form des miteinander, füreinander Wirtschaften – das Rettende! – das machen wir schon! Seit März 2016. Und es kann größer werden (bis zu einer bestimmten Größe, dann muss es sich teilen: das Neue ist zellulär organisiert).

Dazu braucht es Menschen, die teilzeitaussteigen. Aussteigen aus dem erschöpfenden Hamsterrad der fremdbestimmten Lohnarbeit. Teilzeitaussteigen bedeutet, die Lohnarbeitsstunden zu senken. Und den Kopf und das Herz frei zu bekommen für erfüllende, erfrischende, schöpferische Tätigkeiten: um Selbstwirksamkeit zu spüren. Das bedeutet aber unbedingt, mit weniger Geld aus zu kommen. Dadurch weniger Zeug. Dadurch weniger Service. Wir können die Klimakatastrophe nicht abmildern und gleichzeitig unseren materiellen Lebensstandard auf diesem perversen Niveau halten. Lohnarbeitszeit zu reduzieren bewirkt tolle Dinge: mehr Zeit haben für die schönen Momente im Leben und kein Geld mehr haben für konsumtive Weltzerstörungen. Und merken, dass es doch eigentlich darum geht, glücklich im Leben zu sein.

Die Woche wird erstellt von Lars

Die Woche: documenta 15, Walnussbruch, Streetfood Workshop „Onigiri“

Lumbung ist das indonesische Wort für die gemeinsam genutzte Reisscheune. Lumbung ist das übergeordnete Konzept für die Documenta 15, die noch bis Ende September in Kassel zu sehen ist. Lumbung und Tante Lemi haben viel miteinander zu tun, denn auch die Tante Lemi ist eine kollektive, nichtkommerzielle Form der gemeinsam gestalteten Ökonomie, eine Alternative zum zerstörerischen Kapitalismus. Lumbung lässt sich auch einordnen in das Konzept der europäischen Allmende, der Commons, der Gemeinheit: alle drei Worte bedeuten exakt das Selbe, eine auf Kooperation ausgerichtet Daseinsfürsorge. Tante Lemi ist klein, doch wir beweisen , das diese alternative Form der Ökonomie gelingt. Und wisst ihr was? Wenn wir den Lebensmittelhandel so organisieren können, dann können wir auch eine Fahrradfabrik, eine interkontinentale Eisenbahnverbindung oder ein Stahlwerk so organisieren. Dazu braucht es aber Menschen, die sich immer mehr aus den alten, zerstörerischen Zusammenhängen rausziehen und ihre Kraft in das Neue geben. Der Kapitalismus, und damit zum Beispiel die Klimakatastrophe, wird von uns Allen – mal mehr, mal weniger – jeden Tag auf das Neue mitproduziert, am Leben gehalten. Es braucht Menschen, die mutig aufhören und Neues wagen: das Neue kann nur entstehen, wenn wir unsere Zeit umschichten, weg von der lebensfeindlichen Lohnarbeitsmühle, hin zum gemeinsamen Tun.

Die Documenta 15 ist spannend und eine Reise wert, hier ein paar Impressionen von Marion (alle Bilder Marion Herrmann Gorzolka) :

Walnussbruch

Leider ist uns bei der letzten Bestellung ein Fehlerchen unterlaufen: wir haben eine Charge Walnussbruch statt Walnusshälften bestellt. Wir brauchen übrigens dringend Verstärkung bei der Warenannahme. Schreib uns doch, wenn du dir vorstellen kannst, ein paar mal pro Jahr Waren anzunehmen oder zu verräumen.

Streetfoodworkshop „Onigiri“

Onigiri ist eine Art Proleten-Sushi: ähnliche Zutaten, andere Form, sehr geiler Snack für auf die Hand, quasi ein japanisches Brötchen. Und wie macht man die Teile? Das erlernt ihr bei unserem Onigiri-Workshop. Im Rahmen des Japan Filmfest Niederrhein bekommt ihr fachkundig beigebracht, wie ihr ab jetzt eine Luxusvariante des guten, alten Pausenbrotes selber macht – und das mit rein pflanzlichen Zutaten.
Anmeldung und alle Infos hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/

Japan Filmfest Niederrhein

Do-So, 8. September – 11. September

Der japanische Film – das Land der aufgehenden Sonne beherbergt eine der größten und ältesten Filmindustrien der Welt. Japan war im Jahr 2021, gemessen an der Zahl der produzierten Spielfilme, die viertgrößte Filmnation der Welt. Einen Teil dieses Schaffens kommt jetzt im September nach Mönchengladbach – Eine Erde e.V. und die VHS Mönchengladbach präsentieren das erste Japan Filmfest Niederrhein. Neun Filme an drei Tagen, am Donnerstag den 8. September geht es los, und das unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf.

The White Fang, Freitag, 09. September, VHS

Weiterlesen

Die Woche: Öl, Öffnungszeiten, Statistik, Filmfest

Hallo ihr Lieben,

wir haben Dienstags wieder ganz normal geöffnet. Die aktuellen Öffnungszeiten sind:

Dienstag 10-13
Mittwoch 17-20
Samstag 10-13

Die Lebensmittelpreise haben ganz schön angezogen, auch wir sind von Preiserhöhungen unserer Großhändler betroffen. Besonders hat es das Öl erwischt, wie folgende Grafik zeigt:

Umso glücklicher sind wir, dass wir den Olivenölpreis mehr als halbieren konnten durch einen Direktimport – und das bei besserer Qualität!

Wir sitzen jetzt allerdings noch auf ein paar Altölbeständen. Und für die suchen wir noch solidarische Altöl-Entsorger*innen. Also es wäre sehr nett, wenn ihr uns solidarisch ein paar Liter Altöl abkauft und dieses jeweils in eurem eigenen Körper (oder in befreundeten/verwandten Körpern) entsorgt. Schmeckt auch nicht schlecht, zwei Sorten sind sogar Demeter gelabelt. Also es gibt rein sachlich betrachtet keinen Grund, das Altöl zu kaufen: es ist teurer und nicht so lecker – aber et muss fott! Bitte seid so gut und kauft unserem und eurem Verein einen halben, einen ganzen, fünf Liter Altöl ab! Soli-Altöl! Ihr könnt aber auch ganz ohne schlechtes Gewissen schon das neue Öl kaufen, notfalls wird der Autor dieser Zeilen sich beständig was wegfrittieren…

Und SAVE THE DATE:

Japan Filmfest Niederrhein

Wir haben in Kooperation mit der VHS, dem Japanischen Kulturinstitut und dem Japan Filmfest Hamburg das erste Japan Filmfest Niederrhein auf die Beine gestellt – und das unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf. Mitglieder von Eine Erde kommen für die Hälfte rein. 9 Filme an 3 Tagen.

Feierlich eröffnet wird das erste Japan Filmfest Niederrhein bereits am Donnerstag, den 8. September mit einer Vernissage der Künstlerin Aya Murakami und pflanzlichem, japanischen Fingerfood.

Japan Filmfest Niederrhein, 8. – 11. September 2022

Alle Infos und Tickets hier: https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/

Streetfood-Workshop: DIY Onigiri – japanische Reisbällchen selbst gemacht

Onigiri sind gewürzte Knödel oder Bällchen aus Reis der japanischen Küche. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, zum Beispiel drei- oder viereckig sowie kugelförmig. Man isst sie sowohl mit als auch ohne Füllung oder darübergestreute Würzmischung (Furikake), die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.

Im Rahmen des Japan Filmfests Niederrhein bietet die Künstlerin und Kalligraphie-Meisterin Aya Murakami Onigiri-Workshops mit rein pflanzlichen Zutaten an. Weitere Informationen und Anmeldung (nur in Kombination mit einem Festival-Ticket) auf der Internetseite der Volkshochschule: Onigiri Workshop Freitag und Onigiri Workshop Samstag.

Dramatischer Ölpreis-Rutsch!

Neues Olivenöl bei der Tante frisch eingetroffen

Als wir im März 2016 unsere Tante eröffnet haben, war eines unserer ersten Produkte der Blechkanister des Kretischen Olivenöls. Demeterqualität, preisgekrönt, schicker Kanister, sehr lecker, unser Dauerbrenner. Nicht ganz billig, es gab günstigere Olivenöle. Aber mit damals unter 50 Euro war das echt ok. Der gleiche Kanister kostet jetzt bei uns hingegen knapp 100 Euro. Eine unglaubliche Preisentwicklung, die uns sehr geärgert hat. Unser günstigstes Olivenöl im Plastikkanister kostet zurzeit über 50 Euro.

L’Oli Rupestre del Cogul

Doch das wird sich ab sofort ändern, denn jetzt haben wir durch Zufall Kontakt zu einer katalanischen Olivenölkooperative bekommen. Und sind völlig begeistert: Die „Cooperativa Camp de Cogul“ wurde bereits 1919 gegründet – und macht ein einzigartiges Olivenöl unter dem ziemlich niedlichen Namen „L’Oli Rupestre del Cogul“. Klingt doch gut, oder? Wir listen unsere drei bisherigen Ölsorten komplett aus und ersetzen sie durch das Öl der „Cooperativa Camp de Cogul“.

Komplexe Aromatik

Die Kooperative verwendet ausschließlich die Sorte Arbequina, der kleinsten aller Oliven-Sorten, berühmt für die Feinheit ihres Öls. Es ist ein süßes Olivenöl, mit nur geringen Mengen an Bitterstoffen und einer komplexen Aromatik. Ein Olivenöl mit Körper, mit krautiger Blatt-Konnotation und Aromen, die an verschiedene Früchte erinnern, in erster Linie an Tomate und grüne Mandel. Im Mund zunächst süß, erst danach präsentiert es sich in bemerkenswert ausgewogener Weise bitter und würzig.

Es weist einen hohen Vitamingehalt auf, besonders reich ist es an den Vitaminen A und E. Dieses Öl ist reich an polyphenolen Verbindungen und natürlichen Antioxidantien. Es erhöht auch den Wert des guten Cholesterins (HDL) und senkt den des schädlichen Cholesterins (LDL).

D.O.P. Les Garrigues – Geschützte Ursprungsbezeichnung Les Garrigues

DOP ist eine spanische Kontroll- und Zertifizierungsstelle, ein Qualitätssiegel, das bestimmte Qualitätsmerkmale des Öls reguliert. So ist zum Beispiel der maximal zugelassene Säuregrad 0,5 Prozent. Hingegen kommt unser „L’Oli Rupestre del Cogul“ auf unter 0,2 Prozent. Erlaubt sind bei extra nativem Olivenöl sogar 0,8 Prozent – je geringer der Säuregehalt, desto qualitativ hochwertiger das Olivenöl.

Les Garrigues zählt zu den katalanischen Regionen mit längster Tradition in der Olivenölherstellung. Es überrascht daher nicht, dass D.O.P. Les Garrigues die älteste Herkunftsbezeichnung Spaniens ist. Sie wurde 1975 verliehen und 1996 von der Europäischen Union anerkannt.

Wir haben das Öl in zwei Varianten: Gefiltert und ungefiltert. Das ungefilterte Öl ist aromatischer und kräftiger, kann aber nicht zum Braten verwendet werden. Dafür nehmt ihr das gefilterte Olivenöl. Alle Ölivenöle, die ihr in normalen Supermärkten bekommt, sind gefiltert. Gefilterte Olivenöle eignen sich in hervorragender Weise zum Backen und Braten.

Okayokayokay, klar, geiles Öl, keine Frage. Aber wie sieht es denn jetzt preislich aus? Das klingt doch völlig unbezahlbar, oder?

Hihi: Nein! Wir kommen ungefähr auf den Aldi-Olivenölpreis bei einer unvergleichlich höheren Qualität. Krass, oder? Und das bei dieser verfickten allgemeinen Ölkrise…

OKAY! Jetzt die Preise und Varianten:

Auf allen Varianten klebt das EU-Bio-Zertifikat auf dem Gebinde (außer bei unserem „Pflanzenöl nach Olivenart“, da bringt ihr ja euer eigenes Gebinde mit)

Warte mal … Kommt das Öl echt in dieser extrem nicen 5-Liter-Glas-Bügelflasche? Echt jetzt?
Yes! Kommt es! Und ihr habt die Wahl zwischen 8 Abfüll-Varianten unserer neuen zwei Olivenöle:

Filtriertes Olivenöl:

5 Liter Plastikflasche für 38,61 (!)
5 Liter Glasbügelflasche für 48,66
5 Liter Weißblechkanister für 47,57
3 Liter Glaskaraffe für 32,08
Pflanzenöl nach Olivenart (von uns für euch abgefüllt in euren eigenen Behälter):
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart aus Plastikkanister für 8,49
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart aus Weißblechkanister für 10,47

Unfiltriertes Olivenöl:

5 Liter Plastikflasche für 38,61
Pflanzenöl nach Olivenart (von uns für euch abgefüllt in euren eigenen Behälter):
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart (ungefiltert, eigener Behälter) für 8,49

Erster Direktimport

Das ist übrigens unser erster Direktimport unter Umgehung unserer Zwischenhändler*innen. Natürlich würden wir das gerne immer machen. Das ist jedoch herausfordernd aus zwei Gründen: Zum Einen ist der Aufwand bei der Warenannahme dann sehr hoch. Wenn wir beim Großhändler bestellen, dann kommt ein Haufen Ware auf einmal. Wir haben ja lustige Öffnungszeiten, deshalb muss immer jemand extra kommen zur Warenannahme. (Hättest du vielleicht Lust bei der Warenannahme zu helfen?)

Und zum Anderen wird der Aufwand in unserer Finanzbuchhandlung dann größer. (Auch hier wäre Hilfe fein, wenn du einen Zahlenfetisch hast)

Probier mal

Gerne lassen wir dich unser neues Olivenöl während der Öffnungszeiten mal probieren. Go Pro und bring dir zum Stippen ein Stückchen Weißbrot mit.

Wie ist die Lage bei der Tante?

Der Unverpacktbranche geht es schlecht, in fast allen Städten werden dramatische Umsatzeinbußen vermeldet: Fast wöchentlich schließen selbst etablierte Unverpacktläden in ganz Deutschland. Auch unsere Tante ist von der Krise betroffen, die Umsätze sind etwa um die Hälfte eingebrochen. Die Gründe sind mit zwei Worten leicht umrissen: Corona und Ukraine. In Zeiten von existenziellen Nöten profitieren Discounter, die Menschen in Deutschland geben weniger Geld für Lebensmittel aus. Wir haben ausschließlich organische Lebensmittel und sind in diesem Segment Preisführer in Mönchengladbach. Aber mit den Discounterpreisen für konventionelle Lebensmittel können wir in der Regel nicht mithalten, auch wenn wir tatsächlich bei einigen Lebensmitteln günstiger sind als die Preise konventioneller Lebensmittel bei Aldi & Co.

Was heißt das jetzt konkret, wie ist die Lage bei der Tante?

Um es kurz zu sagen: gut. Wir sind zwar auch ein Unverpacktladen, doch was die Tante vor Allem auszeichnet, ist der gemeinwirtschaftliche Ansatz, ein neues Miteinander im Feld der Ökonomie. Wir haben also kein Gewinnstreben, der Laden ist gemeinnützig und funktioniert ehrenamtlich – einzig unsere professionelle Steuerberaterin bekommt ein Honorar. Außerdem gemeinwirtschaften wir mietfrei, und das mitten in der Altstadt, weil wir einen sehr netten Vermieter haben. Und zuletzt bieten wir ausschließlich Lebensmittel an, die nahezu unbegrenzt haltbar sind – auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum etwas anderes suggeriert. Zurzeit haben wir abgelaufene weiße Bohnen und grüne Erbsen – Lebensmittel, die tatsächlich auch in 1000 Jahren noch genießbar sind. Deshalb kennzeichnen wir diese als offiziell abgelaufen und schreiben drauf „gleicher Preis“. Wir reduzieren also nicht den Verkaufspreis, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Dieses ist bei den meisten Trockenwaren schlicht unsinnig.

Wirtschaftlich geht es uns also gut und sowohl die Tante LeMi als auch der Verein Eine Erde e.V. stehen wirtschaftlich kerngesund da. Mit unseren gemeinwirtschaftlichen Geldern haben wir sogar ein Programmkino gegründet, das Lemuria.

Ein Wermutstropfen: natürlich macht Kaufladenspielen nur halb soviel Spaß, wenn nur halb so viele von euch kommen. Doch bei all dem Spaß, den es uns vom Team macht, den Laden für uns alle zu schmeißen, möchten wir doch darauf hinweisen, dass wir ein relativ einzigartiges Projekt in Deutschland sind. Ein Projekt, das versucht, Antworten zu finden auf drängende Fragen, die erst durch unsere zerstörerische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aufgeworfen werden. Deshalb braucht es zwei, drei, viele Tante LeMis oder ähnliche Projekte, die andere Wege beschreiten und in deren Mittelpunkt das Prinzip der Gemeinheit steht, also der Kooperation, der gegenseitigen Fürsorge und Teilhabe. Gegen die Resignation und Ohnmacht hilft das gemeinsame Tun, der Aufbau neuer, gemeinsamer Strukturen, die uns langsam und immer mehr und freundlich tragen können, wenn das Überkommene zerbricht.

Auftaktveranstaltung Radentscheid – 22. Juli 2022

Einladung zur Auftaktveranstaltung
in der Evangelischen Friedenskirche am
Mittwoch, 22. Juni 2022 um 19:00 Uhr

„Im Mai 2021 brachte unsere Initiative das Bürgerbegehren RADENTSCHEID MÖNCHENGLADBACH auf den Weg. Nach Zustellung der Kostenschätzung durch die Stadt Mönchengladbach entwickelten wir im Frühjahr 2022 das notwendige Unterschriftenformular und stimmten dieses mit dem Rechtsamt der Stadt ab. Nun wird mit tatkräftiger Unterstützung u.a von RADKOMM, Eine Erde e.V. / Tante Lemi, ADFC, VCD, BUND, NABU, FUSS, BSK, BAUM, Pulse of Europe, Changing Cities und innn.it die erforderliche Unterschriftensammlung gestartet, um den Forderungen unseres Bürgerbegehrens RADENTSCHEID MÖNCHENGLADBACH Nachdruck zu verleihen und die Umsetzung der Ziele zu bewirken. Allen Initiativen und Verbänden hier schon einmal einen herzlichen Dank, dass wir
nun beginnen können!

Die Sammlung beginnt am 22. Juni 2022 um 19:00 Uhr in der ev. Friedenskirche, Margarethenstraße 20, 41061 Mönchengladbach mit einer Auftaktveranstaltung, zu der wir Sie und Euch herzlich einladen.
Einlass ab 18:30 Uhr.

Herzliche Grüße
im Namen des RADENTSCHEID MÖNCHENGLADBACH
Claudia Busenius-Pongs und Susanne Jud, Vertretungsberechtigte“

(Text und Bild: Radentscheid MG)