Die Woche: Gentechnik, Filme, Haselnüsse 4,99 (!), Perlen für die Säue

Neuigkeiten von der Tante
 
Haselnüsse: nur 4,99 !!!
So: unser erstes Angebot EVER!
Haselnüsse sind bei uns standardmäßig in organischer Qualität in der Regel günstiger als Aldi konventionell. Aber jetzt toppen wir das Ganze nochmals dramatisch und unterbieten die konventionellen Aldi-Haselnüsse um die Hälfte! Nur 4,99 Euro (es handelt sich um einen Psycho-Lockpreis, an der Kasse wird 5 Euro/kg abgerechnet) kostet das Kilo Haselnüsse bei uns – weil es offiziell nur bis Ende September mindestens haltbar ist. Die beliebten Nüsschen sind aber einwandfrei, ihr könnt gerne vor dem Kauf probieren. Ideal für die Weihnachtsbäckerei!
Fetten Dank an Davert, aufgrund glücklicher Umstände haben wir diese 25 Kilo Haselnüsse geschenkt bekommen.

 

Rote Linsen und Zucker Mangelware
Im Moment ist Zucker knapp, haben wir vergessen, zu bestellen. Rote Linsen auch. Cornflakes nicht lieferbar.

 

Preise bald nur noch als Aushang

Es ist ziemlich viel Arbeit, die Preise immer auf den Warenschildern aktuell zu halten – deshalb stellen wir bald auf ein Aushang-System um. Dann werden die Waren nicht mehr direkt ausgezeichnet, sondern wir hängen gut sichtbar Preislisten aus.

 

Lemi lebt vom Mitmachen
Und wie jede Die Woche: Überlegt doch bitte, ob ihr dem gemeinwirtschaftlichen Projekt „Tante LeMi“ nicht ein wenig von eurer Zeit schenkt. Denn wir sind jeden Tag mitverantwortlich für den Zustand unseres Planeten – und für Lösungen und Heilung. Wichtig ist es, Alternativen zu finden und stärker zu machen. Und eine Alternative ist die Gemeinwirtschaft, hier am Beispiel eines Unverpacktladens. Meldet euch gerne für Ladendienste, Warenannahme, Reinigung, Zahlenartistik hier.
Lasst und gemeinsam das Neue größer und stärker machen.


Termine

 
MONTAG, 26.09.: Lesung – Matthias Stührwoldt
Matthias Stührwoldt, Jahrgang 1968, verheiratet, fünf Kinder, ist Bauer und Autor in Stolpe im Kreis Plön. Er bewirtschaftet einen 85 ha großen Milchvieh- und Futterbaubetrieb mit etwa 50 Milchkühen, seit 2002 nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes. Außerdem schreibt er seit Mitte der neunziger Jahre Geschichten und Gedichte übers Landleben, z.T. auf Hochdeutsch, z.T. auf Platt, und er ist Autor und Sprecher von plattdeutschen Texten der legendären NDR-Hörfunk-Reihe „Hör mal`n beten to“.
Sein neuestes Buch heißt „Vorglühen“ und erschien im Mai 2022.
Im Eintritt von 10 € ist ein Getränk inklusive sowie eine Spende für Klimaaktivitäten der ABL (Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft).
Anmeldungen erbeten: anmeldung@lammertzhof.de oder im Hofmarkt.
Lammertzhof, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Kino – „Zeit für Utopien“
Kann ein Film die Welt verändern? Vielleicht nicht das, jedoch kann er die Welt beschreiben, Probleme bewusstmachen und Denkanstöße geben. Unsere Reihe “ Politik, Gesellschaft: Kino + Diskurs“ zeigt im weitesten Sinne politische Filme: Laufende Bilder, die uns auf den Zustand der Welt und Gesellschaft aufmerksam machen und die unser soziales, kritisches, politisches Bewusstsein wecken, um etwas genauer hinzusehen.
Die VHS-Filmreihe ist eine Kooperation mit Lemuria Kino + Diskurs / Eine Erde e.V.
[Trailer]

 

VHS Sonnenhausplatz, 19 Uhr, 7 Euro
Alle Infos hier.

 


MITTWOCH, 28.09.: Jugend-Kino – „The Contest – In geheimer Mission“
Dieser turbulente Film wirbelt die Vorurteile zwischen den Kulturen herrlich durcheinander – und am Ende sind alle ein wenig klüger. BIS-Kino Spezial im Rahmen der „Interkulturellen Woche in MG“.
[Trailer]
BIS-Zentrum, 15 Uhr, Eintritt frei
Alle Infos hier.

FREITAG, 30.09.: Martin Sonneborn – Kravall und Satire
Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als „Krawallsatiriker mit Profilneurose“, für „Heimatkunde“ lobte ihn der Berliner Kurier: „Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!“
Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-„Heute Show“ trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung. Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift.
(Achtung! Diese Veranstaltung könnte PARTEI-Werbung enthalten!)
TiG Theater im Gründungshaus, 20 Uhr
Alle Infos hier.

Freitag bis Sonntag, 30.09., 01. + 02.10.: Kino – „Ponniyin Selvan Part one“
Wir finden noch raus, wer den Tamil-Film-Fetisch im Haus Zoar hat: freut euch jedenfalls hier auf einen südindischen, epischen Actionfilm in Tamil mit englischen Untertiteln. Das Besondere: der Film wird tatsächlich synchron zum weltweiten Filmstart am 30. September gezeigt! In Mönchengladbach!!!

Haus Zoar, Fr+Sa 19:30, So 12 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier
 

Freitag, 30.09. Perlen für die Säue
SCHREI AUF x Köntges Takeover

 

Live Musik, Live DJ Sets, Live Performance, Installation und Ausstellungen
Die Sau wurde lange unterschätzt. Tatsächlich ist sie klüger als ein Hund, sie kann sich selbst im Spiegel erkennen, mag ihr Umfeld gerne sauber und ist sensibel und einfühlsam. Drei Jahre lang lässt man eine Mastsau leben, dann wird sie geschlachtet, ihr Fleisch verkauft und verzehrt bis nichts mehr von ihr übrig bleibt. Diese Säue allerdings haben einen besseren Plan. Sie reißen aus ihrem Stall aus. Sie hauen ab, lassen es sich am 30.09. noch einmal richtig gut gehen und nehmen sich endlich, was sie verdient haben: Perlen für die Säue! Dresscode: Schweinemaske und Perlenkette
Time Table:
ab 17.00 Uhr: Performances & Installationen von SCHREI AUF
19.00 Uhr – Taroug
20.15 – Exchampion
21.00 Uhr – RoseRage
22.00 Uhr – Ende

Schrei auf @ Köntges, 17 Uhr
Alle Infos hier


 
Kopie von Termine(3)

Die Europäische Mobilitätswoche geht immer vom 16. bis 22. September. In dieser Zeit soll der Blick auf eine nachhaltigere Mobilität geworfen und von den teilnehmenden Gemeinden Freiräume dafür geschaffen werden. Vor allem ist das Ziel, dass die Leute mitmachen. Hierzu werden sogenannte Vernetzungstreffen im Vorfeld angeboten. In den vergangenen Jahren nahmen etliche am „Parking Day“ teil, der aufzeigt, wie ein Parkplatz auch zu nutzen sein könnte, wenn keine Autos darauf parken. „Parking Day“ ist traditionell der Freitag in der Europäischen Mobilitätswoche. Da ist unsere Gemeinde aber offen für Alternativen oder längere Zeiträume, was vor allem in der Corona-Zeit hilfreich war. Unsere Stadt ist teilnehmende Gemeinde. Das bedeutet also, dass Engagierte ermutigt werden sollen, ihre Mobilitätsaktion auf die Straße zu bringen. Eine wichtige Aktion in diesem Zusammenhang ist der „Autofreie Sonntag“. In den vergangenen Jahren waren hierzu ca. 300 m der Bismarckstraße für den Autoverkehr gesperrt und standen den Menschen zur Verfügung. Mit vielen Ehrenamtlichen und auch kommerziellen Ausstellern wird auf dem Teilstück der sogenannte „Tag der Mobilität“ veranstaltet. Warum begegneten uns da eigentlich Autohäuser als Aussteller am „Autofreien
Sonntag“? In diesem Jahr, als durch den anhaltenden Regen die Veranstaltung ins Wasser zu fallen drohte, hatten sich Gewerbetreibende dafür stark gemacht, die komplette Bismarckstraße autofrei zu gestalten und die Veranstaltung damit attraktiver zu machen. So enstanden 3 abgesperrte Teilstücke, denn der querende Autoverkehr über Steinmetz-, Kaiser- und Regentenstraße fand leider nach wie vor statt. Wie jetzt? Die Stadt Mönchengladbach beauftragt immer einen Veranstalter mit der Durchführung, in den vergangenen Jahren die Firma Tema aus Aachen, in diesem Jahr erstmals den ACE (Automobilclub Europa). Dabei ist die Stabsstelle Mobilität selbst regelmäßig vor Ort und koordiniert und aquiriert auch Teilnehmende. Wir von Eine Erde e.V. sind äußerst irritiert über die Tatsache, dass ein Autoclub einen „Autofreien Sonntag“ veranstaltet. Für das kommende Jahr wünschen wir uns eine erneute Teilnahme unserer Gemeinde an der Europäischen Mobilitätswoche, werden uns allerdings selbst im Vorfeld mit anderen Ehrenamtlichen vernetzen, um einen echten „Autofreien Sonntag“ zu gestalten. Brauchen wir dafür den Autoclub? Eher nicht. Meldet Euch bei uns, wenn Ihr Ideen zur Gestaltung eines echten „Autofreien Sonntags“ am dritten Sonntag im September habt. Nächstes Jahr also der 17. September 2023.
Weltweit gibt es viele Aktionen an diesem Sonntag, denn World Car Free Day ist immer am 22. September. Damit auch viele mitmachen können, wählt man immer den dritten Sonntag im September zum Feiern. Sicher lässt sich da was auf die Beine stellen. Der Fancy Women Bike Ride findet da auf jeden Fall schonmal statt, in diesem Jahr trübte auch das echt miese Wetter die Veranstaltung nicht. Welche Ideen habt Ihr? Und in welchen Bereichen unserer Stadt soll der „Autofreie Sonntag“ stattfinden?
Verkehr ist in diesem Jahr einer der Schwerpunkte unserer Vereinsarbeit.

 

 
Kopie von Termine(2)

 

Keine neuen Gentechnik-Pflanzen durch die Hintertür

Im Herbst 2021 startete die EU-Kommission einen Gesetzgebungsprozess zu neuen Gentechnik-Verfahren. Damit will die Kommission geltendes EU-Recht aufweichen. Bisher gab es nur vage Aussagen dazu. Nun wurden detailliertere Pläne bekannt, die, wenn sie umgesetzt werden, zu einer kompletten Deregulierung bestimmter neuer Gentechnik-Verfahren führen. Diese brisanten Pläne wurden von GM-Watch, einer englischen Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. hat diese nun aus bäuerlicher Perspektive analysiert und bewertet.

Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der AbL kommentiert:

„Die Pläne der EU-Kommission zur Deregulierung sind absolut unakzeptabel! In den bisher inter­nen Papieren werden Szenarien zur Abschaffung der Risikobewertung, der Rückverfolgbarkeit, der Transparenz sowie der Kennzeichnungs- und Nachweispflicht dargestellt. Setzt sich die Kommission mit diesen Plänen durch, wäre das Gentechnik durch die Hintertür. Denn neue Gentechnik-Pflanzen wären nicht mehr erkennbar und sie kämen ungeprüft und unreguliert auf europäische Äcker und Teller. Bäuer:innen, Züchter:innen, Verarbeiter:innen und Handel hätten keine Chance mehr gentechnikfrei zu erzeugen – weder konventionell noch ökologisch. Sie würden gegen ihren Willen, unbeabsichtigt und unwissentlich neue Gentechnik-Produkte einsetzen – und könnten sich auch nicht mehr dagegen wehren, weil sie keine Möglichkeit mehr hätten, ihre Produkte vor Gentechnik-Kontaminationen zu schützen. Auch die Verbraucher:innen hätten keine Wahlfreiheit mehr. Unser Recht auf gentechnikfreie Lebensmittel wäre passé. Dagegen setzen wir uns entschieden zu Wehr.“

Volling führt weiter aus:

„Parallel zur Deregulierung soll eine Nachhaltigkeitsbewertung eingeführt werden. In der Folge würden neben der Risikobewertung zusätzlich auch Nachhaltigkeitskriterien in die Bewertung von Gentechnik-Pflanzen einbezogen. Diese Verquickung ist kontraproduktiv. Sie relativiert und tor­pe­diert das Vorsorgeprinzip. Gesetzlich abgesicherte Nachhaltigkeitskriterien für Lebensmittel­pro­dukte können hilfreich sein, müssen aber in einem eigenständigen Regel- und Prüfsystem unab­hängig durchgeführt werden, wissenschaftlichen Kriterien unterliegen und das gesamte Lebens­mittelsystem betrachten. Bisher sind angeblich nachhaltige neue Gentechnik-Pflanzen reine Industrie-Versprechen. Keinesfalls darf eine Nachhaltigkeitsbewertung die Gentechnikregulierung aushebeln.“

Volling fordert:

„Die AbL fordert die EU-Kommission auf, ihre Deregulierungspläne umgehend zu stoppen und stattdessen bestehendes Gentechnikrecht umzusetzen. Sollte sie bei ihren Plänen bleiben, sind die Szenarien umgehend zu veröffentlichen und ein transparenter Diskurs zu führen. Bislang wurden nur wenige Organisationen in die Pläne eingeweiht. Deswegen müssen die im Gesetzgebungs­pro­zess vorgeschriebenen Konsultationen wiederholt werden. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordern wir auf, bei der EU-Kommission Transparenz einzufordern und gegen die aktuellen Pläne vorzugehen, indem sie sich klar für eine Regulierung aller neuen und alten Gentechnik-Verfahren einsetzen. Nur so können wir die gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung und die Wahlfreiheit sicherstellen.“

 

Gardinen Predigt (1)

 

Leinen Los

In der Vergangenheit habe ich mich bemüht, mich auf Neues zu konzentrieren, auf Visionen, Utopien, auf Ideen für ein anderes und heilsames Miteinander. Das scheint jetzt schwieriger geworden zu sein. Deshalb, weil entscheidende Parameter für die Möglichkeit eines netten Miteinanders auf unserem gemeinsamen Planeten zunehmend und immer dramatischer in Bereiche entgleiten, die in keinster Weise mehr zu kontrollieren sind. Es ist so, dass die Leckage des Schiffs, auf dem wir gemeinsam durch das Leben reisen, das Schiff sinken lassen wird. Und es kann jetzt nicht mehr an der Zeit sein, etwa die Musik zu kommentieren, die immer noch spielt auf dem untergehenden Schiff, sondern es ist nun Zeit, Rettungsboote klar zu machen. Für Leckage-Bekämpfung ist es bereits zu spät.
 

Vollautomat keine Lösung

Wie umgehen damit? JedeR anders: Ich hab eine Espresso-Maschine gekauft. Delonghi Dedica. Gebraucht. Manuelle Siebträger-Espressomaschine, kein Vollautomat. Ich versuche, möglichst viele Schritte der Espressozubereitung zu kontrollieren, diese zu ästhetisieren (soweit dass in meiner tatsächlich ausgesprochen unästhetischen Küche überhaupt möglich ist, wobei: nur das Chaos gebiert einen tanzenden Stern) und mich mit dem so entstandenen Kaffee, unserem Utamtsi-Kaffee (alle Sorten, ich empfehle aber besonders einen kleinen Anteil von Amasi Mesa beizumischen), zu berauschen. Kaffee in respektablen Mengen genossen, wirkt widersprüchlich: aufputschend wie Kokain und einschläfernd wie Hanf. Es ist sinnstiftend, den exakten Mahlgrad zu finden, den Kaffeekuchen vorzubereiten, ihn aufzuharken, damit das Wasser gleichmäßig über den verdichteten Kaffeepuck fließen kann und so eine ebenmäßige Extraktion zu erreichen. Das Harken des Kaffees hat etwas zenartiges, meditatives, und durch die Verdichtung des Kaffeepulvers zu einem braunen Klops im Siebträger durch den Verdichter (Tamper) kann ich meine Aggressionen, meine überflüssige Kraft und meine Sorgen in diese braunduftende Kaffeefrikadelle bringen, durch die bald und transformatorisch 85 Grad heißes Wasser fließen wird und Bitterstoffe, Schokoladennoten, feine Säuren, meine Aggression und all das, was reiche Kaffeearomatik ausmacht, schaumig ins Glas bringt.
Das Prinzip: Komplexität in ein begrenztes System bringen, die Welt kleiner machen und sie in diesem schmalen, abgezirkelten Bereich neu erfinden, und zwar größer und überkomplex und bedeutender neu erfinden – einen Bereich mir schaffen, den ich kontrollieren kann, einen Bereich von Welt schaffen, der mir keine Angst macht. Viele Menschen lassen das, was sie jetzt im Äußeren sehen, nicht an sich heran, schotten sich ab und konzentrieren sich auf diese kleinen Ausschnitte des Lebens, machen ihre Räume enger. Leben in Blasen und Schäumen. So wie ich mit meinem Kaffee, und da muss auch Schaum drauf, die Crema. Kaffee aber ist kein Rettungsboot, selbst wenn Schaum drauf ist.

 

Rettungsboote

Macht es noch Sinn, genau zu wissen, wie groß das Leck unseres Schiffes ist, auf dem wir uns befinden? Wollen wir darüber sprechen, wie hoch die Schotten gehen und ob sich das Schiff denn nicht wenigstens über Wasser halten kann, ohne Fahrt? Oder lässt sich die Leckage sogar gänzlich wieder abdichten?
Ich habe es versucht. Ich war nicht genug. Ich war zu verletzt. Es tut mir leid. Vielleicht hätte ich etwas ändern können. Habe ich aber nicht.
Doch diskutiert ihr, repariert, dichtet ab: ich hingegen mache Rettungsboote klar. Sie sind leicht zu finden, sind zahlreich vorhanden. Aber viel kleiner als das große Schiff mit den beeindruckenden Generatoren und Maschinen, mit all seiner Musik, mit den vor Fülle berstenden Buffets in den schick glitzernden Speisesälen, den gut bestückten Bars, den zahlreichen Zerstreuungen, den warmen und gemütlichen Kojen, den Balkonen, dem Meerblick.
Klein, hart und unbequem ist dagegen das Interieur der Rettungsboote. Eng die Bänke, nah die Nachbar*innen. Aber die Boote sind ohne Makel, werden schwimmen, uns tragen, wenn das große Schiff im Ozean versinkt.
Was braucht es, um Rettungsboote zu finden? Es braucht Bewegung. Es braucht Loslassen. Es braucht Freiheit.

Den Rücken kehren bisherigen Annehmlichkeiten.
Raus: aus dem Bett, aus dem Pool!
Weg: vom Buffet, von der Bar!
Denn alles Bisherige versinkt.
Endspiel.
Zu spät.
Zeit, sich zu verabschieden.
Leinen los – und anvertrauen.
 
 
 

Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Fleisch, Filme, Kaffeepreise, Klimastreik

Neuigkeiten von der Tante

Neue Lieferung

Leider hat eine Lieferung nicht geklappt, deshalb sind das Backpulver und die Feigen noch nicht da. Cornflakes ist gerade nicht lieferbar, rote Linsen und Zucker wurden vergessen zu bestellen. Stattdessen haben wir Gelbe Linsen, probiert die doch mal, von denen wurde nämlich versehentlich zu viel bestellt. Diese haben eine sehr ähnliche Eigenschaft wie Rote Linsen, kochen auch sehr schnell und zerfallen zu einem herrlich aromatischen Linsenpüree – einfach mal probieren. Zu Beginn der Weihnachtsbacksaison sollte wieder genügend Zucker vorrätig sein.
Falls du bei den Bestellungen helfen möchtest, damit so etwas nicht mehr passiert, so melde dich doch.

Entwicklung Kaffeepreise

Gute Nachrichten beim Kaffee: Wegen einer großzügigen Einkaufspolitik können wir die Preissteigerung beim Kaffee etwas abfedern und manche Sorten sogar günstiger anbieten. Warum? In der Vergangenheit haben wir teilweise Umstellungsware zum Solipreis gekauft, das könnt ihr hier nachlesen. Jetzt kaufen wir Umstellungsware nicht mehr zum vollen Biopreis ein, sondern zahlen den günstigeren Umstellungspreis. Das gibt uns etwas Luft bei der Preisgestaltung, die Hausmischung, unser Budget-Kaffee, ist dadurch sogar ein Euro pro Kilo günstiger geworden. Die Bauern werden trotzdem direkt und fair bezahlt.


Termine

TÄGLICH: Kino – „Alice Schwarzer“

Alice Schwarzer, Journalistin, Autorin und Verlegerin, ist durch ihre vielfältigen Fernsehauftritte und als Leiterin von Diskussionsrunden seit den 70er Jahren ein Medienstar. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Selbstbestimmung der Frau. Alice Schwarzer hat es mit Emma und ihrer Medienpräsenz geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dafür wird sie geliebt und gehasst. Es gibt kaum jemanden, den sie kalt lässt. Alice Schwarzer, der Kinodokumentarfilm ist die Biografie einer streitbaren Journalistin, die niemals locker lässt, und eine Reise durch die Geschichte des Feminismus, der zweiten Frauenbewegung bis heute.
Trailer:

 

Rezension hier.
Haus Zoar, täglich gegen 17 Uhr
Alle Infos und genaue Uhrzeiten hier

 

MONTAG, 19.09.: Leben in der Klimakrise: Gehen oder bleiben

Dürre in Deutschland, Waldbrande in Sud- und Nordeuropa: Die Klimakrise ist auch bei uns angekommen.
Immer stärkere Stürme und Starkniederschläge, Dürren und Überschwemmungen zerstören die Heimat und Einkommensmöglichkeiten von vielen Menschen.
Misereor, das katholische Hilfswerk begleitet Menschen darin, im Klimawandel würdevoll zu leben und sich an die veränderten Umweltbedingungen anzupassen. Diskutieren Sie mit der Referentin Anika Schroeder, die bei Misereor für das Resort Klima und Entwicklung zuständig ist, was sich in Politik und Gesellschaft und auch in Mönchengladbach verändern muss.
Pfarrheim St. Johannes, 19:30 Uhr
Alle Infos hier.

 

 

MITTWOCH, 21.09.: Kino – „Und dann der Regen“

Ein junger spanischer Regisseur will den großen, wahrhaftigen Film über Kolumbus drehen: nicht den heroischen Entdecker zeigen, sondern die brutale Eroberung. Weil das Budget knapp ist, hat der Produzent das bolivianische Cochabamba als Drehort ausgewählt. Die Dreharbeiten laufen ausgezeichnet, bis in Cochabamba soziale Unruhen ausbrechen. Die Wasserversorgung wurde an einen internationalen Konzern verkauft, der nach Preiserhöhungen sogar das Auffangen von Regenwasser untersagt. Trailer:

BIS-Zentrum, 20 Uhr.
Alle Infos hier.
 
 

FREITAG, 23.09.: Klimastreik

Am 23. September gehen wieder weltweit Menschen mit FridaysForFuture auf die Straßen. Sie fordern den Ausstieg aus fossilen Energieträgern, eine grundlegende Verkehrswende, genügend Geld für ein drittes Entlastungspaket und Unterstützung des globalen Südens bei der Bewältigung der Klimakrise. 
Wo? Korschenbroich oder Düsseldorf, 16 bzw. 17 Uhr
 
 

SAMSTAG, 24.09. Transition Town bei Eröffnung Jonas-Park

Stofftaschen bemalen, Solarfotos machen, Kräuter raten: Transition Town wird Saatgut von Open Source Tomaten weitergeben und selbstgemachte Marmelade gegen eine Spende anbieten. Außerdem wird ein Imker vor Ort sein.
Berggartenoase, VHS, 13.30 -18 Uhr

Gardinen Predigt (2)

 

Fleisch. Fleisch.

 
 
Der Autor dieser Zeilen (in diesem speziellen Falle: ich) denkt manchmal: Hey, wird schon, wird schon besser, irgendwie bemühen sich doch alle“, aber dann hat er (also der Autor) dieses kostenlose Statistik-Abo abgeschlossen, eine Tatsache, die er (also ich) letzte Die Woche noch der Tante untergeschoben hatte. Und jetzt hab ich (also er) es schwarz auf weiß, vielmehr schweinchenrosa auf weiß, siehe Säulengrafik unten. Yo, unser Verein ist zwar vegan, alle sind gefühlt vegetarisch, nein, ich esse auch kein Fleisch, und wenn, dann nur bio oder wenn es ein Anderer kocht, bei meinen Eltern, Freundin/Freund, Omaopatanteonkel, aber ich kauf das nie, und wenn, dann beim Metzger, da weiß ich nämlich, wo das herkommt (nämlich von der Riesenschweinemassenmastanlage), dem vertraue ich. Und jetzt das:
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Von wegen Peak-Fleisch oder Peak-Everything. Es geht weiter rauf. Und das heftig und ungebrochen.
 
Ein Keim der Hoffnung:
 
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Immerhin! Oder? Wird ja doch was besser, zumindest hier in Deutschland. Und das ist wichtig, die westliche, imperiale Ego-Wertegemeinschaft ist schließlich das leuchtende Zentrum der Welt, nach dessen krankhafter Lebensweise so viele streben
Da es kein gesetzlich geregeltes Fleischverzehrmindestalter gibt, sind in den 55 Kilo Fleisch pro Jahr pro Kopf in Deutschland Babys, aber auch Vegetarier*innen mit gezählt, und wir alle essen also 150 Gramm Fleisch pro Kopf und pro Tag. Das ist ein ziemlicher Haufen, und wenn man die 150 Gramm sehr, sehr flach mit einem Schnitzelklopfer extremplanieren würde, wäre das in etwa so groß wie ein Fußballfeld. Und das jeden Tag!
Da wir heute wissen, dass Wurst nicht zu unserer Gesundheit beiträgt ist, und da wir wissen, dass Fleisch ein Haupttreiber der Klimakatastrophe ist, bleibt nur der Geschmack als einziges Argument, sich 150 Gramm Durchschnittsfleisch jeden Tag reinzustellen. Oder geht die Fleischeslust noch tiefer?
 

„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“

Kennt ihr das noch? Der Werbe-Klassiker der CMA:

 

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Seit 1973 hat sich auch etwas getan. Die CMA gibt es nicht mehr, und wenn es sie noch geben würde, würde es sicher unglaublich komisch wirken, wenn sie noch behaupten würde, Wurst sei ein „Fitnessrezept“.
Interessant und aktuell scheint der Spruch „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ aber noch immer. Dabei wird Fleisch doch in der Regel und fast ohne Ausnahme nicht mehr lebend konsumiert, jedes Fleischmahl ist so gesehen ein Leichenschmaus. Folglich müsste es natürlich richtig heißen „Fleisch ist ein Stück Leiche“. Totes Fleisch als Symbol für Lebenskraft, Totes wird mit dem Leben schlechthin, mit Lebendigkeit, gleichgesetzt – das könnte immer noch aktuell sein.
 

Opfergang auf Weber-Altar

Warum essen Menschen überhaupt noch Fleisch, wenn sie wissen, dass es ihrer Gesundheit schadet und der Biosphäre? Wahrscheinlich läuft die Fleischkonsum-Entscheidung unbewusst ab: Fleischesser*innen essen Fleisch vermutlich nicht, obwohl sie wissen, dass für ihre Currywurst Lebewesen getötet und vermutlich gequält werden, sondern weil sie es (unbewusst) ganz genau wissen – und genießen: Durch den Konsum von Fleisch kann ich mich in vollkommener Totalität über anderes Leben erheben. Ein Muster, das wir ähnlich ebenfalls im Konsum von Waren erkennen könnten. In der Negation von anderem Leben, also Leben, das ich nicht bin, wird mein eigenes Leben erst spürbar.
Das Inkorporieren (das Essen) von Fleisch kann als Urkonsum angesehen werden, mit dem ich mir die Lebendigkeit eines anderen Lebewesen einverleibe, in dem ich – in Anlehnung an das christliche Abendmahl – die dem Tier genommene Lebendigkeit symbolisch auf mich übertrage, in mich übergehen lasse. Der Fleischeslust könnte demnach ein Bedürfnis nach der eigenen, selbst nicht gelebten Lebendigkeit innewohnen. Oder der archaische Versuch, dem Ideal einer ewigen Jugend nahe zu kommen. Denn durch Fleischessen werde ich symbolisch zu dem, was ich in meinen Körper aufnehme, werde zum Tier: wild, lebendig, frei.
Dieser ritualhafte Übertrag von Lebendigkeit kann alleine und verwässert begangen werden, etwa durch den Verzehr von Salamitiefkühlpizza, oder gemeinschaftlich, pur, blutig und konzentriert durch Tier-Opfer auf dem Weber-Altar.
Fleischessen ist so betrachtet ein hochsymbolischer Vorgang, der nicht ernährungswissenschaftlich aufgeschlüsselt werden kann, sondern in den Bereich der Semiotik fällt.
Oder auch nicht.
 
Zum Schluss Musik.

 

 


Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Haus Zoar, Weltmeermüll, Waldbaden (official!), Queere Tüte

Neuigkeiten von der Tante

Öffnungszeiten – Dienstag: Danke!

Ein fettes DANKE an Martina: ab jetzt teilen sich Horst und Martina die Dienstags-Öffnung – der Dienstag ist jetzt gerettet. Danke Martina, dass du uns ab jetzt unterstützt!  Also Dienstag 10 bis 13 Uhr ist, wie in der letzten Woche (also diese Zeitperioden-Woche, nicht Die Woche-Woche) auch wieder zuverlässig geöffnet.
Geld hat unser gemeinsamer Verein genug. Was uns fehlt sind Menschen, die sich engagieren. Mit Geld retten wir die Welt nicht – im Gegenteil!  Wir brauchen Menschen, die Stück für Stück aus geldkodierten sozialen Interaktionen aussteigen und sich für das neue Miteinander engagieren. Für unser Lädchen, für die Idee der Gemeinwirtschaft, für etwas, was unsere lebensfeindliche Wirtschaftsordnung ersetzt. Gib dir einen Ruck und melde dich, wir freuen uns über Verstärkung.

Mittwoch kommt die neue Lieferung

Unsere Regale waren doch jetzt arg geplündert. Mittwoch ist wieder alles da, auch ein neues Produkt. Was? Das kommt (Spannung!) in der nächsten Die Woche, aber schon diese Woche, also komm vorbei uns schau selbst. Ab Mittwoch! Irgendwas mit SOYA!!! 🙂
Kaffee ist wahrscheinlich erst am Samstag wieder vollständig ergänzt. Der Bremer Stadtkaffee wird ausgelistet, kann aber für euch bestellt werden, einfach Bescheid geben. Neu ist Ruanda Amazi Mesa, 100% Arabica von der Dukunde Kawa Kooperative aus Ruanda, sehr spannender und ungewöhnlicher Geschmack.

Umsatz steigt wieder

Wir freuen uns: Im Moment ist wieder einiges los. Danke, dass ihr wieder kommt.

Impressionen 1. Japan Filmfest Niederrhein

Neun spannende Filme an drei Tagen, zwei tolle Onigiri-Workshop (die dann auch zufällig in den Filmen ständig gegessen wurden), hier ein paar Impressionen:

Auch für das Kino Lemuria suchen wir Menschen, die Lust haben, sich für ein Programmkino für Mönchengladbach zu engagieren.


Termine

MITTWOCH, 14.09.: LesARTen – Literaturtreff

Du schreibst? Und würdest gerne erfahren, wie deine Texte bei anderen ankommen? Möchtest über Feedbacks erfahren, was noch verbesserungswürdig und was schon genau richtig ist? Dann schau bei LesARTen, dem offenen Literaturtreff im BIS vorbei.
BIS-Zentrum, 20 Uhr
Infos hier.
 

FREITAG, 16.09.: Gemischte Tüte – Queer drink, chill & chat

An alle Gummibärchen und Leckmuscheln: kommt ins Köntges!
An jedem zweiten Freitag sind wir dein sicheres zu Hause für einen ungezwungenen, bunten und fröhlichen Abend. Mit einem Drink in der Hand, den Hosentaschen voller Süßigkeiten und jeder Menge netter Menschen sind wir der perfekte Ausgangspunkt für einen fröhlichen Abend in der Altstadt oder einfach um den Feierabend zu genießen.
Köntges, 17 – 22 Uhr
Alle Infos hier.

FREITAG, 16.09.: Kino: Vendhu Thanindhathu Kaadu

JUHUU: Das Haus Zoar hat neue Pächter*innen. Und die feiern Kino richtig nice ab. Heute gibt es Vendhu Thanindhathu Kaadu, einen Tamil Film, Orginal mit Untertitel.
Trailer:
Haus Zoar, 19:30
 

SAMSTAG, 17.09.: Waldbaden – Wald erleben mit allen Sinnen

Beim Waldbaden konzentrierst du dich voll und ganz auf deine Sinne. Es geht darum, den Wald bewusst zu sehen, zu hören, zu fühlen, zu riechen und zu schmecken. Du wirst Atemtechniken, Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen kennenlernen, mit deren Hilfe du im wahrsten Sinne des Wortes in die Waldatmosphäre eintauchen kannst.
VHS-Kurs, 25 Euro, 09:30 – 12:30 Uhr, Brahmsstr. 142, 41169 Mönchengladbach
Alle Infos hier.
 

SONNTAG, 18.09.: Fancy Woman Bike Ride

Weltweit in über 200 Städten treffen sich Frauen zu einer kunterbunten Fahrradtour. Weil Frauen die Welt verändern können, und das Fahrrad kann helfen. Fancy Women Bike Ride ist eine Veranstaltung von Frauen für Frauen, um Infrastruktur und Inspiration zu verlangen.
Anmeldung nicht erforderlich.
Herren können gerne begleiten, solange sie mit fahren, nicht vor. Kinder sind willkommen.
15 – 16 Uhr, Bunter Garten / Bettrather Straße
Infos hier.

Gardinen Predigt (2)

 

Plastik im Magen

Seit die Tante sich an der Haustüre dieses ziemlich fragwürdige Gratis-Statistik-Abo hat aufschwatzen lassen, müssen wir uns einiges anhören. Aber sind trotzdem spannende Zahlen:
28180
Also von unserer veganen Perspektive aus gesehen hat die Hochseefischerei kein Problem, sondern sie ist es natürlich, aber das schenken wir uns mal: Lebensmittelverpackungen belasten die Weltmeere. Nur so mal zur Motivation, in unseren kleinen Unverpacktladen zu kommen und den Müll und die Verpackungen wenigstens schon mal wirklich deutlich zu reduzieren.
Aber Vorsicht: Demnächst kramt unsere Tante bestimmt noch so eine aufgeschwatzte Statistik zum Thema Auto und Umwelt raus, dann wird sie auch immer ganz wütend bei dem Thema, deshalb nochmal die Bitte, nicht mit der Karre zu kommen, um Plastikfolien zu sparen, denn Autofahren ist noch krasser als Plastikfolien in Meere dis­si­pie­ren zu lassen.

Ups: Ziemlich kurz heute, diese Gardinenpredigt, denn aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf fällt die Gardinenpredigt diese Die Woche leider fast aus, obwohl es viel, viel zu viel zu sagen, aber noch mehr zu tun, und noch viel viel mehr zu lassen geben würde.
Stattdessen singen wir noch gemeinsam 197, Strophe 2,4 und 7.
Bis nächste Die Woche.
Amen.

Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Nachbarschaftliches Sommertreffen, Ferfigpizza, Japan Filmfest Niederrhein, Öko-Aktionstag

Neuigkeiten von der Tante

SORRY! Dienstag konnten wir nicht öffnen

Ein fettes SORRY für letzten Dienstag. Wir haben niemanden für den Dienst gefunden und mussten deshalb die Tante geschlossen lassen. Das ist uns schon sehr lange nicht mehr passiert. Das tut uns aufrichtig leid, denn es ist natürlich blöd vor verschlossener Türe zu stehen, wenn ihr euch schon die Mühe macht, zu uns zu kommen.
Aber es ist auch ein Indiz dafür, dass unsere Ehrenamter*innen-Decke sehr dünn ist, besonders am Dienstag. Was meinst du: Könntest du nicht einen Dienst im Monat oder alle zwei Monate übernehmen? Kaufladen spielen? Macht Spaß.
Unser Konzept funktioniert nur, wenn sich genügend Menschen finden, die sich ein wenig engagieren. Für unser Lädchen, für die Idee der Gemeinwirtschaft, für etwas, was unsere lebensfeindliche Wirtschaftsordnung ersetzt. Gib dir einen Ruck und melde dich, wir freuen uns über Verstärkung.


Termine

07.09.: BÄM Jam Session

Aus einem kleinen Raum mit einer kleinen Bühne in einem kleinen Haus auf einer bunten Straße in einer grauen Stadt schallt es in die Welt hinaus: BÄM! Eine neue Jam Session in Mönchengladbach.
Bei der Jam Session geht es jeden 1. Mittwoch im Monat um 19 Uhr mit experimentellem, orientalischem Rock los. Um 19.30 Uhr ist die Bühne dann offen für alle, die Lust haben.
Schrei auf e.V., Waldhausener Straße 62
 

08.-11.09.: Japan Filmfest Niederrhein

9 hochkarätige Filme an 3 Tagen, der cineastische Leckerbissen des Jahres in Mönchengladbach. Lecker wird es auch zur Eröffnung, da gibt es nämlich vegane Leckereien vom Stopckas, japanisch inspiriert. Aber erst nach den Grußworten des Oberbürgermeisters und der japanischen Vizekonsulin.
Karten und das ganze Programm hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/
 

09. und 10.09.: Japanischer Streetfood Workshop

Onigiri ist das schnelle und gesunde Bütterchen-Äquivalent  im Land der aufgehenden Sonne – und Aya Murakami zeigt dir, wie man die wohlschmeckenden und variantenreichen Reishappen meisterlich zubereitet, und das mit rein pflanzlichen Zutaten. Für Eine Erde Mitglieder kosten alle Angebote des Japan Filmfest Niederrhein übrigens nur die Hälfte. Alle Infos hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/
 

11.09.: Öko-Aktionstag auf Schauhof in Willich

Unser Kartoffelhof dreht am Sonntag richtig auf: Apfelsaftpressen, Hofführungen, Molkereirundgänge, Nistkastenbau und lecker Essen: wer wirklich nicht zu unserem Japan Filmfest gehen möchte, hat hier vor den Toren Mönchengladbachs die Möglichkeit, einen schönen Tag auf dem Bauernhof der Familie Zenz zu verbringen.
Von 11 – 17 Uhr, alle Infos hier.
 

11.09.: Nachbarschaftliches Sommertreffen

Sommertreffen in gemütlichem Rahmen: gemeinsam essen und trinken, sich unterhalten, Zeit gemeinsam genießen und Stadt gestalten. Auf dem Platz vor Tante LeMi möchte der neue Verein „Gemeinschaft & Zukunft“ mit einer engagierten Nachbarschaft zusammenkommen und sich austauschen. Getränke und Essen sind frei. Alle Infos hier.
 

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Fertigpizza fickt uns

Ritsch-ratsch, schnipp-schnapp, rein in die Pfanne, in den Topf, in den Ofen, 10 Minuten backen, dünsten, braten – fertig ist das „Essen“: immer mehr Menschen greifen zur Tiefkühlkost. Seit 1989 hat sich der Absatz der eisigen Mahlzeit nahezu verfünffacht, von 3,2 Mrd. Euro zu 15,9 Mrd. Euro. Ein ungeheurer Anstieg, und ein Trend, der ungebrochen scheint, wie die folgende Grafik zeigt:

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Einsame Nahrung

Auch in der Corona-Zeit hielt der Trend an. Das hat natürlich auch eine Auswirkung auf unser Lädchen, denn wir verkaufen nahezu ausschließlich Rohstoffe, Grundzutaten zum Selberkochen. Je weniger Menschen selber kochen, desto weniger kaufen bei uns ein.
Wollen die Menschen nicht mehr kochen oder können sie es nicht mehr? Was sind die Gründe, warum die Menschen immer mehr zur Fertignahrung greifen?
Klar ist: Fertiggerichte machen dick, sind ungesund und steigern das Krebsrisiko. Fertiggerichte machen sogar süchtig, wie die Ökotoxikologin Andrea Herrmann weiß. Der Grund: die unnatürliche Zusammensetzung der prozessierten Nahrung verwirrt unser Belohnungszentrum, immer mehr des Industrie-Breis muss gegessen werden, um den gewünschten Kick auslösen zu können. Interessant: In 77 Prozent der Fällen werden Fertiggerichte für den Eigenverzehr aufgebrüht.
Die eisige Mahlzeit wird also nicht mit den Lieben zusammen gegessen, sondern alleine verschlungen. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten, dass wir immer öfter alleine essen. So gesehen: der weiter steigende Konsum von Fertignahrung scheint ein Indiz für die Vereinsamung der Menschen zu sein, die Kälte der Tiefkühlkost steht in Zusammenhang mit der wachsenden sozialen Kälte.

Mangelnde Selbstfürsorge

Es ließe sich noch darüber spekulieren, ob die Menschen immer mehr erschöpft sind von einem Alltag, der ihnen die Kraft raubt, für sich selbst gut zu sorgen. Denn das ist es ja auch: Selbstfürsorge, wenn ich gut und gesund und lecker für mich koche. Und weiter: in einer Welt, die meine Arbeitskraft ausbeutet, kann ich durch den Verzehr von Fertignahrung auch aktiv Teil haben an Ausbeutungsprozessen, also selber andere Menschen ausbeuten. Denn irgendjemand stellt die Nahrung ja für mich her, irgendjemand stellt die Industrieanlagen für Fertignahrung her, irgendjemand baut die Rohstoffe für die Maschinen ab und schließlich baut jemand die Nahrungsmittel an, die in den Fertiggerichten verarbeitet werden. Alles Prozesse, die den Menschen, die daran beteiligt sind, sicher keine Freude bereiten. Mit dem Essen von Fertignahrung stelle ich mich an die Spitze eines gigantischen Industrieprozesses, der auch andere schädigt. Fertignahrung ist so gesehen die aggressive Teilhabe an imperialen Lebensweisen: für mich wird gekocht, von anonymen Lohn- und Maschinensklaven. Fertig-Essen als imperiale Geste.

Buchweizen statt Bofrost

Weniger Fertignahrung zu konsumieren ist also nicht nur gesünder und leckerer, sondern auch eine gelebte Kapitalismusreduktion. Vielleicht ließe sich sagen, dass wir bestrebt sein sollten, unser Leben so zu führen, dass wir gut essen können, dass wir Zeit dafür haben. Wenn ich häufig zu Fertignahrung greife, dann ist das wahrscheinlich ein Anzeichen dafür, dass etwas falsch läuft im Leben. Für mich und für andere. Also: komm mal wieder zur guten, alten Tante, füll dir zum Beispiel ein Kilo Buchweizen ab, und schau mal, was man damit alles Leckeres machen kann. Und veränder gleichzeitig die Welt. Ein ganz kleines bisschen.


Die Woche wird zusammengestellt von Lars

Die Woche: Weltretten jetzt, Altöl, Schamane

Altölregelung

Wir haben jetzt einen verbindlichen Altölentsorgungsfahrplan. Wir machen das so: das neue, unglaublich hochwertige und leckere Olivenöl verkaufen wir nur im ganzen Gebinde und füllen es nicht als „Pflanzenöl nach Olivenart“ ab. Wenn ihr also Öl von uns abgefüllt bekommen wollt, so füllen wir euch so lange die Altölbestände ab, bis sie weg sind: das neue Öl gibt es erst literweise, wenn das Altöl entsorgt ist. Fair, oder?


„Pflanzenöl nach Olivenart“?

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Olivenöle dürfen nicht abgefüllt werden. Erinnert ihr euch noch an die Olivenölskandale, als reihenweise Öl mit teilweise gesundheitsgefährdenden Zusatzstoffen gepanscht als Olivenöl verkauft wurde? Genau! Deshalb ist das seit 2016 verboten. Und da die Tante immer schon äußerst gesetzestreu war, machen wir das natürlich auch nicht, sondern verkaufen euch ein „Pflanzenöl nach Olivenart“. 😉 Schmeckt aber sehr, sehr ähnlich …
Ist ein bisschen teurer als als das „Olivenöl nativ extra“, aber es kleckert auch übelst beim Abfüllen.


Termine:

2. September: Nachhaltige Entdeckungstour – HeimatCHECK

Begebt euch mit dem in Mönchengladbach frisch gegründeten Verein Gemeinschaft & Zukunft e.V. am 2. September, ab 15 Uhr auf Entdeckungstour. Gemeinsam besucht ihr drei spannende Orte in unserer Stadt, an denen zum Thema nachhaltige Ernährung gearbeitet wird. Lebensmittel und ihre Herkunft sehen, fühlen, riechen, schmecken und hören – lautet das Motto dieser Tour:

  1. Zwei Morgen Land, 15 Uhr
    Ihr besucht Mönchengladbachs ersten regenerativen Marktgarten und lasst euch von Alex erklären, warum dieses Konzept für unsere zukunftsfähige Ernährung so wichtig ist – „Kein Gift, kein Pflug, keine Gülle. Gute Erde und liebevolle Handarbeit.“
  2. Tante LeMi, ca. 16.30 Uhr
    Per Rad geht’s zu uns, Tante LeMi, wo Lebensmittelverteilung ehrenamtlich, gemeinnützig und selbstorganisiert passiert. Zudem vegan und vor allem unverpackt!
  3. VHS und BergGartenOase, 18 Uhr
    Ist es möglich, in der Zukunft 10 Milliarden Menschen zu ernähren?, wird das Thema eines Vortrags sein, der den Auftakt zu einem abschließenden Austausch macht. Vor dem Vortrag werft ihr einen Blick in einen kleinen Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt, die BergGartenOase

Tour-Treffpunkt: 15 Uhr, Sonnenstr. 26, mit dem Rad
Anmeldung erwünscht: information@posteo.de
Alle Infos: https://gemeinschaft-und-zukunft.de/heimatcheck/


Straßenmusikfest im Bunten Garten

Komm raus, in die Natur – in den Bunten Garten. Triff bekannte und unbekannte Menschen und verbringe eine schöne Zeit. Von 14-20 Uhr spielen über 10 Bands für dich – und das völlig kostenlos.
Alle Infos und das Lineup hier: https://gemeinschaft-und-zukunft.de/strassenmusikfest/
Eine Erde wird vermutlich mit einem Infostand vertreten sein.


09. September: Kino – Shaman’s Daughter

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Eine Perle des japanischen Films erwartet euch am Freitag, den 09. September in der VHS.
Shaman’s Daughter gelingt ein Genre-Mischmasch – ein Cocktail aus heiterer Komödie, Familiendrama, blutigem Thriller und geisterhafter Romanze -, der nicht nur angenehm ist, sondern dem Zuschauer auch ein reichhaltiges emotionales Gewebe bietet, das es auszukosten gilt.
„Für mich einer der besten 10 Filme aus Japan der letzten zwei Jahre“, sagt Oliver Georg. Und der muss es wissen, schließlich ist Oliver Chef des Japan Filmfest Hamburg und sichtet jährlich mehrere hundert japanische Filme.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=P_uL0440QRE
Alle Infos zum Japan Filmfestival: https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/


Wir retten die Welt – zusammen. Jetzt.

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Das war einmal die Loire

Die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. Dürre und extrem heiße Sommer werden wohl ein neuer Standard in Deutschland und Europa werden: Willkommen in der neuen klimakatastrophalen Welt! Da bringt es auch nichts, den Kopf in den Fernseher zu stecken und Netflix zu streamen, bis das Modem glüht – interessanterweise verstärkt gerade Video-Streaming den Treibhauseffekt: Netflix und Co emittieren jährlich etwa soviel CO2 wie das gesamte Land Spanien.

Die Probleme scheinen unlösbar für uns zu sein. Zu groß, zu abstrakt, zu fern. Der Staat müsste etwas machen, oder die EU, oder die UNO. Je weiter die Lösung von uns entfernt zu liegen scheint, umso weniger erscheint es uns möglich, selber etwas zur Lösung bei zu tragen.

Dabei werden wir keine Regierung der Welt dazu bringen, uns, unsere Erde, zu retten. Das müssen wir schon selber machen – zusammen, in kleinen Schritten, jetzt. Eine Erde, unser gemeinsamer Verein, bietet hier eine Möglichkeit. Denn das Streben nach Profit, das nicht-gemeinschaftliche Wirtschaften, hat uns in die Situation gebracht, in der wir jetzt sind. Wir brauchen eine neue Form des Zusammen-Wirtschaften. Wir nennen das Gemeinwirtschaft. Die Tante LeMi ist ein gemeinwirtschaftliches Unternehmchen, das noch recht klein ist. Es kann noch wachsen. Es braucht noch Hilfe, Lebenskraft, Zeit, Aufmerksamkeit, Hege und Pflege und Liebe. Von dir. Das Neue, das Gemeinwirtschaftliche, die Form des miteinander, füreinander Wirtschaften – das Rettende! – das machen wir schon! Seit März 2016. Und es kann größer werden (bis zu einer bestimmten Größe, dann muss es sich teilen: das Neue ist zellulär organisiert).

Dazu braucht es Menschen, die teilzeitaussteigen. Aussteigen aus dem erschöpfenden Hamsterrad der fremdbestimmten Lohnarbeit. Teilzeitaussteigen bedeutet, die Lohnarbeitsstunden zu senken. Und den Kopf und das Herz frei zu bekommen für erfüllende, erfrischende, schöpferische Tätigkeiten: um Selbstwirksamkeit zu spüren. Das bedeutet aber unbedingt, mit weniger Geld aus zu kommen. Dadurch weniger Zeug. Dadurch weniger Service. Wir können die Klimakatastrophe nicht abmildern und gleichzeitig unseren materiellen Lebensstandard auf diesem perversen Niveau halten. Lohnarbeitszeit zu reduzieren bewirkt tolle Dinge: mehr Zeit haben für die schönen Momente im Leben und kein Geld mehr haben für konsumtive Weltzerstörungen. Und merken, dass es doch eigentlich darum geht, glücklich im Leben zu sein.

Die Woche wird erstellt von Lars

Die Woche: documenta 15, Walnussbruch, Streetfood Workshop „Onigiri“

Lumbung ist das indonesische Wort für die gemeinsam genutzte Reisscheune. Lumbung ist das übergeordnete Konzept für die Documenta 15, die noch bis Ende September in Kassel zu sehen ist. Lumbung und Tante Lemi haben viel miteinander zu tun, denn auch die Tante Lemi ist eine kollektive, nichtkommerzielle Form der gemeinsam gestalteten Ökonomie, eine Alternative zum zerstörerischen Kapitalismus. Lumbung lässt sich auch einordnen in das Konzept der europäischen Allmende, der Commons, der Gemeinheit: alle drei Worte bedeuten exakt das Selbe, eine auf Kooperation ausgerichtet Daseinsfürsorge. Tante Lemi ist klein, doch wir beweisen , das diese alternative Form der Ökonomie gelingt. Und wisst ihr was? Wenn wir den Lebensmittelhandel so organisieren können, dann können wir auch eine Fahrradfabrik, eine interkontinentale Eisenbahnverbindung oder ein Stahlwerk so organisieren. Dazu braucht es aber Menschen, die sich immer mehr aus den alten, zerstörerischen Zusammenhängen rausziehen und ihre Kraft in das Neue geben. Der Kapitalismus, und damit zum Beispiel die Klimakatastrophe, wird von uns Allen – mal mehr, mal weniger – jeden Tag auf das Neue mitproduziert, am Leben gehalten. Es braucht Menschen, die mutig aufhören und Neues wagen: das Neue kann nur entstehen, wenn wir unsere Zeit umschichten, weg von der lebensfeindlichen Lohnarbeitsmühle, hin zum gemeinsamen Tun.

Die Documenta 15 ist spannend und eine Reise wert, hier ein paar Impressionen von Marion (alle Bilder Marion Herrmann Gorzolka) :

Walnussbruch

Leider ist uns bei der letzten Bestellung ein Fehlerchen unterlaufen: wir haben eine Charge Walnussbruch statt Walnusshälften bestellt. Wir brauchen übrigens dringend Verstärkung bei der Warenannahme. Schreib uns doch, wenn du dir vorstellen kannst, ein paar mal pro Jahr Waren anzunehmen oder zu verräumen.

Streetfoodworkshop „Onigiri“

Onigiri ist eine Art Proleten-Sushi: ähnliche Zutaten, andere Form, sehr geiler Snack für auf die Hand, quasi ein japanisches Brötchen. Und wie macht man die Teile? Das erlernt ihr bei unserem Onigiri-Workshop. Im Rahmen des Japan Filmfest Niederrhein bekommt ihr fachkundig beigebracht, wie ihr ab jetzt eine Luxusvariante des guten, alten Pausenbrotes selber macht – und das mit rein pflanzlichen Zutaten.
Anmeldung und alle Infos hier:
https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/

Japan Filmfest Niederrhein

Do-So, 8. September – 11. September

Der japanische Film – das Land der aufgehenden Sonne beherbergt eine der größten und ältesten Filmindustrien der Welt. Japan war im Jahr 2021, gemessen an der Zahl der produzierten Spielfilme, die viertgrößte Filmnation der Welt. Einen Teil dieses Schaffens kommt jetzt im September nach Mönchengladbach – Eine Erde e.V. und die VHS Mönchengladbach präsentieren das erste Japan Filmfest Niederrhein. Neun Filme an drei Tagen, am Donnerstag den 8. September geht es los, und das unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf.

The White Fang, Freitag, 09. September, VHS

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Die Woche: Öl, Öffnungszeiten, Statistik, Filmfest

Hallo ihr Lieben,

wir haben Dienstags wieder ganz normal geöffnet. Die aktuellen Öffnungszeiten sind:

Dienstag 10-13
Mittwoch 17-20
Samstag 10-13

Die Lebensmittelpreise haben ganz schön angezogen, auch wir sind von Preiserhöhungen unserer Großhändler betroffen. Besonders hat es das Öl erwischt, wie folgende Grafik zeigt:

Umso glücklicher sind wir, dass wir den Olivenölpreis mehr als halbieren konnten durch einen Direktimport – und das bei besserer Qualität!

Wir sitzen jetzt allerdings noch auf ein paar Altölbeständen. Und für die suchen wir noch solidarische Altöl-Entsorger*innen. Also es wäre sehr nett, wenn ihr uns solidarisch ein paar Liter Altöl abkauft und dieses jeweils in eurem eigenen Körper (oder in befreundeten/verwandten Körpern) entsorgt. Schmeckt auch nicht schlecht, zwei Sorten sind sogar Demeter gelabelt. Also es gibt rein sachlich betrachtet keinen Grund, das Altöl zu kaufen: es ist teurer und nicht so lecker – aber et muss fott! Bitte seid so gut und kauft unserem und eurem Verein einen halben, einen ganzen, fünf Liter Altöl ab! Soli-Altöl! Ihr könnt aber auch ganz ohne schlechtes Gewissen schon das neue Öl kaufen, notfalls wird der Autor dieser Zeilen sich beständig was wegfrittieren…

Und SAVE THE DATE:

Japan Filmfest Niederrhein

Wir haben in Kooperation mit der VHS, dem Japanischen Kulturinstitut und dem Japan Filmfest Hamburg das erste Japan Filmfest Niederrhein auf die Beine gestellt – und das unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf. Mitglieder von Eine Erde kommen für die Hälfte rein. 9 Filme an 3 Tagen.

Feierlich eröffnet wird das erste Japan Filmfest Niederrhein bereits am Donnerstag, den 8. September mit einer Vernissage der Künstlerin Aya Murakami und pflanzlichem, japanischen Fingerfood.

Japan Filmfest Niederrhein, 8. – 11. September 2022

Alle Infos und Tickets hier: https://lemuria.eineerde.org/japan-filmfest/

Streetfood-Workshop: DIY Onigiri – japanische Reisbällchen selbst gemacht

Onigiri sind gewürzte Knödel oder Bällchen aus Reis der japanischen Küche. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen, zum Beispiel drei- oder viereckig sowie kugelförmig. Man isst sie sowohl mit als auch ohne Füllung oder darübergestreute Würzmischung (Furikake), die es in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.

Im Rahmen des Japan Filmfests Niederrhein bietet die Künstlerin und Kalligraphie-Meisterin Aya Murakami Onigiri-Workshops mit rein pflanzlichen Zutaten an. Weitere Informationen und Anmeldung (nur in Kombination mit einem Festival-Ticket) auf der Internetseite der Volkshochschule: Onigiri Workshop Freitag und Onigiri Workshop Samstag.

Dramatischer Ölpreis-Rutsch!

Neues Olivenöl bei der Tante frisch eingetroffen

Als wir im März 2016 unsere Tante eröffnet haben, war eines unserer ersten Produkte der Blechkanister des Kretischen Olivenöls. Demeterqualität, preisgekrönt, schicker Kanister, sehr lecker, unser Dauerbrenner. Nicht ganz billig, es gab günstigere Olivenöle. Aber mit damals unter 50 Euro war das echt ok. Der gleiche Kanister kostet jetzt bei uns hingegen knapp 100 Euro. Eine unglaubliche Preisentwicklung, die uns sehr geärgert hat. Unser günstigstes Olivenöl im Plastikkanister kostet zurzeit über 50 Euro.

L’Oli Rupestre del Cogul

Doch das wird sich ab sofort ändern, denn jetzt haben wir durch Zufall Kontakt zu einer katalanischen Olivenölkooperative bekommen. Und sind völlig begeistert: Die „Cooperativa Camp de Cogul“ wurde bereits 1919 gegründet – und macht ein einzigartiges Olivenöl unter dem ziemlich niedlichen Namen „L’Oli Rupestre del Cogul“. Klingt doch gut, oder? Wir listen unsere drei bisherigen Ölsorten komplett aus und ersetzen sie durch das Öl der „Cooperativa Camp de Cogul“.

Komplexe Aromatik

Die Kooperative verwendet ausschließlich die Sorte Arbequina, der kleinsten aller Oliven-Sorten, berühmt für die Feinheit ihres Öls. Es ist ein süßes Olivenöl, mit nur geringen Mengen an Bitterstoffen und einer komplexen Aromatik. Ein Olivenöl mit Körper, mit krautiger Blatt-Konnotation und Aromen, die an verschiedene Früchte erinnern, in erster Linie an Tomate und grüne Mandel. Im Mund zunächst süß, erst danach präsentiert es sich in bemerkenswert ausgewogener Weise bitter und würzig.

Es weist einen hohen Vitamingehalt auf, besonders reich ist es an den Vitaminen A und E. Dieses Öl ist reich an polyphenolen Verbindungen und natürlichen Antioxidantien. Es erhöht auch den Wert des guten Cholesterins (HDL) und senkt den des schädlichen Cholesterins (LDL).

D.O.P. Les Garrigues – Geschützte Ursprungsbezeichnung Les Garrigues

DOP ist eine spanische Kontroll- und Zertifizierungsstelle, ein Qualitätssiegel, das bestimmte Qualitätsmerkmale des Öls reguliert. So ist zum Beispiel der maximal zugelassene Säuregrad 0,5 Prozent. Hingegen kommt unser „L’Oli Rupestre del Cogul“ auf unter 0,2 Prozent. Erlaubt sind bei extra nativem Olivenöl sogar 0,8 Prozent – je geringer der Säuregehalt, desto qualitativ hochwertiger das Olivenöl.

Les Garrigues zählt zu den katalanischen Regionen mit längster Tradition in der Olivenölherstellung. Es überrascht daher nicht, dass D.O.P. Les Garrigues die älteste Herkunftsbezeichnung Spaniens ist. Sie wurde 1975 verliehen und 1996 von der Europäischen Union anerkannt.

Wir haben das Öl in zwei Varianten: Gefiltert und ungefiltert. Das ungefilterte Öl ist aromatischer und kräftiger, kann aber nicht zum Braten verwendet werden. Dafür nehmt ihr das gefilterte Olivenöl. Alle Ölivenöle, die ihr in normalen Supermärkten bekommt, sind gefiltert. Gefilterte Olivenöle eignen sich in hervorragender Weise zum Backen und Braten.

Okayokayokay, klar, geiles Öl, keine Frage. Aber wie sieht es denn jetzt preislich aus? Das klingt doch völlig unbezahlbar, oder?

Hihi: Nein! Wir kommen ungefähr auf den Aldi-Olivenölpreis bei einer unvergleichlich höheren Qualität. Krass, oder? Und das bei dieser verfickten allgemeinen Ölkrise…

OKAY! Jetzt die Preise und Varianten:

Auf allen Varianten klebt das EU-Bio-Zertifikat auf dem Gebinde (außer bei unserem „Pflanzenöl nach Olivenart“, da bringt ihr ja euer eigenes Gebinde mit)

Warte mal … Kommt das Öl echt in dieser extrem nicen 5-Liter-Glas-Bügelflasche? Echt jetzt?
Yes! Kommt es! Und ihr habt die Wahl zwischen 8 Abfüll-Varianten unserer neuen zwei Olivenöle:

Filtriertes Olivenöl:

5 Liter Plastikflasche für 38,61 (!)
5 Liter Glasbügelflasche für 48,66
5 Liter Weißblechkanister für 47,57
3 Liter Glaskaraffe für 32,08
Pflanzenöl nach Olivenart (von uns für euch abgefüllt in euren eigenen Behälter):
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart aus Plastikkanister für 8,49
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart aus Weißblechkanister für 10,47

Unfiltriertes Olivenöl:

5 Liter Plastikflasche für 38,61
Pflanzenöl nach Olivenart (von uns für euch abgefüllt in euren eigenen Behälter):
1 Liter abgefülltes Pflanzenöl nach Olivenart (ungefiltert, eigener Behälter) für 8,49

Erster Direktimport

Das ist übrigens unser erster Direktimport unter Umgehung unserer Zwischenhändler*innen. Natürlich würden wir das gerne immer machen. Das ist jedoch herausfordernd aus zwei Gründen: Zum Einen ist der Aufwand bei der Warenannahme dann sehr hoch. Wenn wir beim Großhändler bestellen, dann kommt ein Haufen Ware auf einmal. Wir haben ja lustige Öffnungszeiten, deshalb muss immer jemand extra kommen zur Warenannahme. (Hättest du vielleicht Lust bei der Warenannahme zu helfen?)

Und zum Anderen wird der Aufwand in unserer Finanzbuchhandlung dann größer. (Auch hier wäre Hilfe fein, wenn du einen Zahlenfetisch hast)

Probier mal

Gerne lassen wir dich unser neues Olivenöl während der Öffnungszeiten mal probieren. Go Pro und bring dir zum Stippen ein Stückchen Weißbrot mit.

Wie ist die Lage bei der Tante?

Der Unverpacktbranche geht es schlecht, in fast allen Städten werden dramatische Umsatzeinbußen vermeldet: Fast wöchentlich schließen selbst etablierte Unverpacktläden in ganz Deutschland. Auch unsere Tante ist von der Krise betroffen, die Umsätze sind etwa um die Hälfte eingebrochen. Die Gründe sind mit zwei Worten leicht umrissen: Corona und Ukraine. In Zeiten von existenziellen Nöten profitieren Discounter, die Menschen in Deutschland geben weniger Geld für Lebensmittel aus. Wir haben ausschließlich organische Lebensmittel und sind in diesem Segment Preisführer in Mönchengladbach. Aber mit den Discounterpreisen für konventionelle Lebensmittel können wir in der Regel nicht mithalten, auch wenn wir tatsächlich bei einigen Lebensmitteln günstiger sind als die Preise konventioneller Lebensmittel bei Aldi & Co.

Was heißt das jetzt konkret, wie ist die Lage bei der Tante?

Um es kurz zu sagen: gut. Wir sind zwar auch ein Unverpacktladen, doch was die Tante vor Allem auszeichnet, ist der gemeinwirtschaftliche Ansatz, ein neues Miteinander im Feld der Ökonomie. Wir haben also kein Gewinnstreben, der Laden ist gemeinnützig und funktioniert ehrenamtlich – einzig unsere professionelle Steuerberaterin bekommt ein Honorar. Außerdem gemeinwirtschaften wir mietfrei, und das mitten in der Altstadt, weil wir einen sehr netten Vermieter haben. Und zuletzt bieten wir ausschließlich Lebensmittel an, die nahezu unbegrenzt haltbar sind – auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum etwas anderes suggeriert. Zurzeit haben wir abgelaufene weiße Bohnen und grüne Erbsen – Lebensmittel, die tatsächlich auch in 1000 Jahren noch genießbar sind. Deshalb kennzeichnen wir diese als offiziell abgelaufen und schreiben drauf „gleicher Preis“. Wir reduzieren also nicht den Verkaufspreis, nur weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Dieses ist bei den meisten Trockenwaren schlicht unsinnig.

Wirtschaftlich geht es uns also gut und sowohl die Tante LeMi als auch der Verein Eine Erde e.V. stehen wirtschaftlich kerngesund da. Mit unseren gemeinwirtschaftlichen Geldern haben wir sogar ein Programmkino gegründet, das Lemuria.

Ein Wermutstropfen: natürlich macht Kaufladenspielen nur halb soviel Spaß, wenn nur halb so viele von euch kommen. Doch bei all dem Spaß, den es uns vom Team macht, den Laden für uns alle zu schmeißen, möchten wir doch darauf hinweisen, dass wir ein relativ einzigartiges Projekt in Deutschland sind. Ein Projekt, das versucht, Antworten zu finden auf drängende Fragen, die erst durch unsere zerstörerische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aufgeworfen werden. Deshalb braucht es zwei, drei, viele Tante LeMis oder ähnliche Projekte, die andere Wege beschreiten und in deren Mittelpunkt das Prinzip der Gemeinheit steht, also der Kooperation, der gegenseitigen Fürsorge und Teilhabe. Gegen die Resignation und Ohnmacht hilft das gemeinsame Tun, der Aufbau neuer, gemeinsamer Strukturen, die uns langsam und immer mehr und freundlich tragen können, wenn das Überkommene zerbricht.