Der Himmel über Mönchengladbach

Betrachtungen zu einem sehr blauen Himmel, einem Himmel aus meiner Kindheit. Ohne Flugzeuge. Ohne Tun.

Von Lars Lange

Als ich Anfang der 70er Jahre geboren worden bin, da war der Himmel strahlend blau. Ich kann mich daran noch genau erinnern, weil ich damals fasziniert den Strahlen der Abgasfahnen von über den Himmel gleitenden Flugzeugen nachschaute. Kleine, in der Sonne flirrende Punkte, die schnurgerade Linien an den tiefblauen Himmel pufften. Diese Punkte waren sehr selten über Mönchengladbach zu sehen und für mich immer ein echtes Ereignis. Markus, mit dem ich damals sehr dicke war und dessen Eltern einen kleinen, wahrscheinlich sehr illegalen Kiosk in ihrer Reihenhausküche betrieben und mit dem ich unendliche Sommer in einer Zinkwanne in unserem Garten in Wickrathberg verbracht habe, hat mich immer auf diese mysteriösen Punkte aufmerksam gemacht “Guck ma, ein Flugzeug!“, Punkte am Himmel, die weiß auf blau malten.
Seit 1970 hat sich der weltweite Flugverkehr vervierzehnfacht. Seit ich geboren worden bin, fliegen also 14 mal mehr Menschen mit dem Flugzeug. Das ist ein ungeheurer Wert.
Fliegen ist nicht nur im Hinblick auf die CO2-Emmisionen gegen das Leben auf unserem Planeten gerichtet. Jeder Mensch, der sich in ein Flugzeug setzt, verhindert mir einen blauen Himmel. Weiterlesen