12.11.: Marianne Gronemeyer – Vergiss den Planeten – rette den Garten

„Vergiss den Planeten – rette den Garten“, das klingt verdächtig nach einem Rückzug in den stillen idyllischen Winkel, während die Welt in Trümmer fällt. Zu diesem Wahlspruch bekannte sich schließlich der englische Krimi-Autor Colin Cotterill.  Er schreibt weiter: „Die Welt ist groß und ich bin mikroskopisch: Ich verzweifle, weil mein Mikro-Ich die Welt nicht von ihrem ganzen Mist befreien kann. Aber ich habe einen briefmarkengroßen Flecken Land und eine Schaufel….“ .Der Verdacht, dass Cotterill für ein behagliches Privatiersdasein plädiert, kann sich nur  deshalb einstellen , weil wir uns an einen Effizienzbegriff gewöhnt haben, den die industrielle Produktion uns eingehämmert hat. Ihre Effizienz beruht auf einer hohen Konzentration auf einen immer enger werdenden Zweck. Als effizient gilt ein Produktionsvorgang  dann, wenn dieser  spezielle Zweck mit dem geringsten Aufwand an Zeit, Geld und menschlicher Arbeitskraft erreicht wird. Alle negativen Begleiterscheinungen dieser stupide zugespitzten Zweck-Mittel-Relation werden dabei generös außer Acht gelassen. Cotterill dagegen erinnert uns daran, dass wir, statt uns durch Weltrettungsphantasien lähmen zu lassen, dasjenige, was in der Reichweite unserer Einflussmöglichkeiten liegt, tun,.jeder und jede etwas anderes, unabhängig davon, ob es die Welt rettet. Einfach deshalb, weil es gut und richtig ist, es zu tun. 

Marianne Gronemeyer

Eintritt frei.

Di., 12.11., um 19 Uhr im BIS, Bismarckstraße 99, 41061 Mönchengladbach


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5 Gedanken zu “12.11.: Marianne Gronemeyer – Vergiss den Planeten – rette den Garten

  1. Familie Kauertz schreibt:
    Avatar von Familie Kauertz

    Hallo Lars,

    schau Dir mal den Link an, vielleicht könnten wir auch ein paar Sachen im Laden verkaufen. Eine Freundin aus Dinslaken berichtete über das Projekt auf Lesbos, ich finde es unterstützenswert!

    http://www.lesvosmosaik.org

    Liebe Grüße, Lothar

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  2. Pingback: Tante LeMi
  3. rotherbaron schreibt:
    Avatar von rotherbaron

    Sehr schön und sehr richtig. Eine Krux der heutigen Umweltbewegung ist, dass sie mit ihren Weltrettungsplänen, die Ökologie im Nahbereich völlig außer Acht lässt. Im Gegenteil. Um den ganzen Planeten zu retten, wird die Natuzerstörung im Nahbereich in Kauf genommen. So ist es möglich, dass der Artenschutz seit 2016 massiv zugunsten der Windkraftindstrie eingeschränkt wurde. Nun heißt: „Eigentlich“ sollten seltene Tierarten geschützt werden. Allerdings kann man diesen Schutz vernachlässigen, wenn der Arten- und Naturschutz die „Energiewende“ in ihrem Lauf behindert. Für die „Rettung des Planeten“ wird Regenwald für „Bio-Kraftstoff“ abgeholzt, Wälder abgeholzt und verfeuert und Ackerland in Wüsten verwandelt, um Lithium abzubauen. An Klimaprobleme wie Massentierhaltung, Entwaldung, mangelnde Ressourceneinsparung usw. geht man nicht so richtig ran. Denn die bringen kein Geld. Viele junge Klimaschützer*innen beschäftigen sich leider nicht mit der Ökologie vor der Haustür. In einer Studie wurde 2016 festgestellt, dass viele Jugendliche kein Wissen über die Natur haben und eher zu kitschigen Verklärungen neigen, das so genannte „Bambi-Syndrom“. So leben heutige Jugendliche mit den mitleidserregenden Bildern der Eisbären auf ihrem Smartphone, das Schreddern tausender von (weniger niedlichen) Fledermäusen und Greifen berührt sie nicht. Lebensräume, Habitate und das ineinandergreifen verschiedenster Organismen in einem Ökosystem sind ihnen fremd. Deshalb ist „Gartenpädagogik“ und das Nahebringen der heimischen Flora und Fauna wichtiger denn je und auch wirkmächtger als die allgegenwärtige EE-Propaganda. Denn: Klimaschutz kann nur im Verbund mit Natur- und Artenschutz den Planeten retten. Hier der Link zur erwähnten Studie: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/fremde-natur/

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